Im westfinnischen Olkiluoto ist am Montag der Grundstein für ein Atomkraftwerk gelegt worden. Es ist der erste Neubau eines Atomreaktors in Europa seit der Tschernobyl-Katastrophe vor 19 Jahren.
Luftaufnahme eines Atomkraftwerks
Der Reaktor Olkiluoto 3 wird vom deutsch-französischen Konsortiums Framatome ANP gebaut und soll im Jahr 2009 mit einer Leistung von 1600 Megawatt ans Netz gehen. Framatome ANP ist ein gemeinsames Unternehmen des Areva-Konzerns und Siemens. Die Münchener halten ein Drittel der Anteile. Für die Baukosten hat der finnische Kraftwerksbetreiber TVO 3 Mrd. Euro veranschlagt. Finnlands Regierung begründet den Ausbau der Atomkraft mit dem Kyoto-Klimaprotokoll. Nur so seien die Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen zu erreichen.
Nach Angaben der Hersteller wird der insgesamt fünfte Atomreaktor in Finnland als erster in der neuen Generation des "Europäischen Druckwasserreaktors (ERP)" gebaut. Der ERP ermögliche eine im Vergleich zu älteren Atomreaktoren wesentlich kostengünstigere Stromerzeugung. Außerdem sei der Reaktor besonders sicher. Die EU-Kommission hatte den Neubau im vergangenen Jahr genehmigt. Das Projekt zeige, wie Atomenergie eine wirtschaftlich attraktive Option bleibt, wenn sie vernünftig angewandt wird, sagte ein EU-Sprecher.
Greenpeace reicht Klage ein
Etwa hundert Atomkraftgegner protestierten gegen den Bau. Sie kritisieren das Projekt als "Nukleare Sackgasse". Die Umweltschutzorganisation Greenpeace reichte am Montag in Helsinki eine Klage gegen die Baugenehmigung ein. Sicherheitsanforderungen seien nicht eingehalten worden, arguemntierten die Umweltschützer. Der deutsche Greenpeace-Sprecher Thomas Breuer sagte in Hamburg über den Reaktor-Neubau in Finnland: "Das ist völliger Wahnsinn. Die Sicherheitsrisiken sind nach wie vor auch mit Blick auf mögliche Terroranschläge viel zu hoch."
Nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl in der Ukraine am 26. April 1986 sind mindestens 8000 Menschen an den Folgen der Verstrahlung gestorben. Radioaktive Niederschläge zogen damals bis nach Westeuropa.
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