Frachter-Entführung:"Toter" Pirat enterte die "Arctic Sea"
Drogendealer, Gewalttäter und Diebe: Die Entführer der "Arctic Sea" waren bereits vor ihrem "Shipnap"-Versuch Stammgäste in Estlands Gefängnissen. Ein Russe will unter den Piraten auch seinen seit Jahren tot geglaubten Verwandten erkannt haben.
Die von der russischen Schwarzmeerflotte auf dem finnischen Frachter "Arctic Sea" gefassten mutmaßlichen "Ostsee-Piraten" sind vermutlich vorbestrafte Kriminelle aus Estland. Mehrere Esten haben die Seeräuber aus dem Baltikum auf den veröffentlichten Fotos wiedererkannt, berichtete die Moskauer Zeitung "Komsomolskaja Prawda" am Montag.
Sechs der acht von Russland wegen Piraterie verhafteten Männer sollen in einem Viertel der estnischen Hauptstadt Tallinn als Nachbarn gelebt haben. Zudem sollen die meisten von ihnen wegen Drogendelikten, Körperverletzung und Diebstahl im Gefängnis gesessen haben.
Russische Medien berichteten, dass unter den Verdächtigen auch ein Seemann sei, der seit drei Jahren als tot gemeldet ist, dessen Leiche nach dem Untergang eines Fischkutters 2006 aber nie gefunden worden war. Eine Familie aus der russischen Stadt Kursk südlich von Moskau habe in dem gefassten Andrej Lunew ihren Verwandten wiedererkannt. Auch die 15 befreiten russischen Seeleute werden weiter vom russischen Geheimdienst festgehalten. Die Ermittler prüfen, ob sie mit den angeblichen Piraten zusammengearbeitet haben.
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