Frankreich lädt erstmals Kanzler zu 'D-Day'-Feiern ein
Als erster deutscher Regierungschef soll Bundeskanzler Gerhard Schröder im Juni an den Feiern zum 60. Jahrestag der Landung alliierter Truppen in der Normandie 1944 (D-Day) teilnehmen. Eigentlich hatte Helmut Kohl während seiner Amtszeit mit dieser Ehre gerechnet.
"Herr Chirac hat den Kanzler vor Weihnachten eingeladen", sagte ein deutscher Regierungssprecher am Donnerstag. Schröder habe die Einladung sofort angenommen. "Er freut sich sehr darüber, eingeladen zu sein", fügte er hinzu. Die Einladung durch Frankreichs Präsident Jacques Chirac ist eine Geste der Versöhnung zwischen den beiden Staaten. Vor zehn Jahren hatte Frankreich noch auf eine Teilnahme des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl verzichtet und damit Verstimmungen zwischen den beiden Ländern ausgelöst.
Die französische Regierung bestätigte die Einladung. Alle Teilnehmer der Feiern seien bereits darüber informiert worden, sagte eine Sprecherin. Zu dem Jahrestag werden unter anderem Vertreter von rund 15 Nationen erwartet, die die Invasion 1944 unterstützt hatten. Unter der Führung der USA, Großbritanniens und Kanadas hatten Tausende von Soldaten ihr Leben gelassen, als die Alliierten das von den deutschen Nationalsozialisten besetzte Frankreich angriffen und damit den Sturz Adolf Hitlers knapp ein Jahr später beschleunigten.
Schröder ist der erste Bundeskanzler, der zu jung ist, um sich an den Zweiten Weltkrieg zu erinnern. Der Politiker feiert zwei Monate vor dem Jahrestag seinen 60. Geburtstag.
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