Ökoprämie, das klingt natürlich immer gut, nach Umweltschutz, Zukunftsförderung und Nachhaltigkeit. Doch die Umweltprämie, die die französische Regierung nun für Autokäufer auflegt, nutzt kaum der Umwelt. Sie ist auch nicht nachhaltig. Und vor allem: Sie macht die französischen Unternehmen nicht fit für die Zukunft.
Dass eine sozialistische Regierung nach ihrem Amtsantritt erst einmal Handlungsbereitschaft demonstrieren will, ist verständlich. Allerdings nicht hinnehmbar, wenn sie bei ihren Bürgern gefährliche Illusionen erzeugt. Denn mit den paar Hundert Millionen, die diese Prämie den französischen Staat wohl kosten dürfte, sind weder die kriselnden Autobauer in Frankreich zu sanieren noch Werkschließungen zu vermeiden.
Anders als etwa Abwrackprämien dient dieser Pariser Kaufzuschuss ja diesmal nicht dazu, einen externen und schweren Konjunkturschock abzumildern. Mit den Millionen sollen vielmehr die Strukturprobleme und Strategiefehler von Konzernen überdeckt werden. Der Peugeot-Hersteller PSA leidet zwar derzeit stark unter dem Umsatzeinbruch im schuldengeplagten Südeuropa. Vor allem aber hat es der Konzern versäumt, sich unabhängiger vom europäischen Markt zu machen, das gesteht selbst das Unternehmen ein. Volkswagen etwa kann den Nachfragerückgang auf dem Heimatmarkt ausgleichen durch Zuwächse in China und Amerika. PSA wird deshalb weiter zu einem harten Sanierungskurs gezwungen sein.
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Stärker noch als Peugeot dürfte Renault von der Prämie profitieren. Doch der Konzern braucht die Hilfe gar nicht, er kann sich auf seine Billigmarke Dacia und seinen asiatischen Partner Nissan stützen. Und dass die Prämie deutlich mehr französische Kleinwagen mit Elektro- und Hybridantrieb als bisher verkaufen hilft, ist auch fraglich. Die größten und verbreitetsten Dreckschleudern auf Europas Straßen sind Oberklassewagen - und hier haben die Franzosen nur wenig anzubieten.
Das Ärgerlichste an der Prämie ist: Auch andere Staaten in Europa könnten sich herausgefordert fühlen, heimischen Konzernen diese unnützen Absatzprämien zu gönnen - Fiat etwa hat daran schon deutliches Interesse signalisiert. Dabei sollten auch die Italiener wissen: Wer Reformen aufschiebt, wird das am Ende noch teurer und schmerzhafter bezahlen.
Hey, Freak, bist Du schon mit gutem Beispiel voran gegangen und hast deinem Arbeitgeber aufgefordert, Dir den Lohn zu kürzen?
Wenn nicht Du, wer soll sonst das Signal setzen!