Der russische Gasmonopolist
Gazprom erklärte, das Erdgas fließe seit 8.30 Uhr in das ukrainische Pipeline-System. Naftogaz bestätigte auf ukrainischer Seite die Ankunft von Gas zur Durchleitung nach Europa. In der Slowakei sei es bereits angekommen. Wirtschaftsminister Lubomir Jahnatek sagte mittags, dass wieder Druck auf den Pipelines sei. Russland und die Ukraine hatten zähen Gasstreit am Montag mit einem neuen Abkommen beigelegt. Die beiden Nachbarstaaten unterzeichneten in Moskau einen Gasliefervertrag für eine Laufzeit von zehn Jahren.
Beide Seiten hatten sich gegenseitig beschuldigt, für das Dilemma verantwortlich zu sein. Auslöser des Lieferstopps war ein Streit um die Gaspreise. Die vom russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin und der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Timoschenko erzielte Einigung sieht vor, dass die Ukraine künftig einen deutlich höheren Preis für Gas aus Russland zahlt.
Mehrere EU-Länder hatten massiv unter der Blockade gelitten, auch in Deutschland schrumpften die Vorräte. Doch ein Bau von weiteren Erdgaskraftwerken in Deutschland lehnt Bundeswirtschaftsminister Michael Glos ab. "Ich sehe mit Sorge, dass immer mehr Erdgaskraftwerke gebaut werden. Das führt zu höherer Abhängigkeit und erhöht die Strompreise", sagte Glos am Dienstag auf einer Tagung zur Energiewirtschaft in Berlin.
Statt dessen plädiert der Minister für einen möglichst schnellen Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream. Auch für das Pipeline-Projekt Nabucco aus dem kaspischen Raum über die Türkei sei die Bundesregierung aufgeschlossen. "Wir dürfen aber nicht eine Erpressbarkeit gegen die andere austauschen", sagte Glos. So habe die Türkei, die sich seit langem vergeblich um einen EU-Beitritt bemüht, einen Zusammenhang zwischen dem Bau der Gasröhre und einem raschen EU-Beitritt des Landes hergestellt.
Unterdessen ist der Ölpreis ist am Dienstag stark unter Druck gekommen. Das Barrel (159 Liter) WTI zur Lieferung im März verbilligte sich um sieben Prozent auf 39,60 Dollar, während der Preis für Brent zur Lieferung im März um 2,4 Prozent auf 43,45 Dollar fiel.