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Merken   Drucken   19.01.2011, 22:22 Schriftgröße: AAA

Gedankenspiele um Pleite: EU will Griechenland entschulden

Der deutsche Finanzminister soll Vorkehrungen für den Fall einer Griechenland-Pleite treffen: Die Staaten der Euro-Zone erwägen die Umschuldung des krisengeplagten Landes. Private Anleger würden dabei die Hauptlast tragen.
Die Staaten der Euro-Zone erwägen, Griechenland und Irland mithilfe des Rettungsfonds EFSF eine teilweise Entschuldung zu ermöglichen. Nach FTD-Informationen haben die Finanzminister der Länder entsprechende Vorschläge am Montag als Teil des geplanten Pakets zur Stabilisierung der Euro-Zone diskutiert.
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Der Fonds könnte demnach in großem Stil etwa griechische Anleihen kaufen oder Griechenland günstige Kredite geben, mit denen Athen einen Rückkauf finanzieren kann. Das Land wäre dann nicht mehr von so hohen Schulden belastet. Nach der gegenwärtigen Finanzplanung wird die Verschuldung der Griechen trotz des 110-Mrd.-Euro-Hilfspakets der Euro-Zone bis 2014 auf 165 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen.
Die Regierungen suchen damit nach neuen Wegen, die Zweifel der Finanzmärkte an der Tragfähigkeit der europäischen Rettungsschirme zu zerstreuen. Bankenvertreter und Ökonomen rechnen seit Langem mit einer Umschuldung Griechenlands.
Die Verschärfung des Euro-Stabilitätspaktes...

 

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Offiziell wurden die Überlegungen auch am Mittwoch wieder dementiert. Mehrere Quellen bestätigten der FTD aber, dass über den Ankauf griechischer und irischer Anleihen durch den Rettungsfonds gesprochen wird. Die Staats- und Regierungschefs wollen Ende März über ein Gesamtpaket entscheiden. Griechenland erhält bisher keine Hilfen des Fonds, sondern direkte Kredite aus 14 Euro-Staaten.
Seit Mai kauft die Europäische Zentralbank (EZB) griechische, irische und portugiesische Anleihen am Sekundärmarkt, um die Kurse zu stabilisieren. Die EZB will diese Aufgabe aber wieder abgeben.
Nach einem Bericht der "Zeit" könnte die EFSF ihre Möglichkeit nutzen, günstig Geld am Finanzmarkt aufzunehmen. Die drei großen Ratingagenturen gaben dem Fonds am Mittwoch offiziell ihr "AAA"-Siegel. Das ermöglicht dem Fonds, zehnjährige Anleihen mit einem Zinssatz von um die 3,5 Prozent aufzunehmen.
Die Rendite für griechische zehnjährige Anleihen lag am Mittwoch bei über elf Prozent. Diese Zinsdifferenz würde folgendes Modell ermöglichen: Griechenland bietet allen Anlegern an, Anleihen zum gegenwärtigen Preis oder mit Aufschlag zurückzukaufen. Eine griechische Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit wurde gestern zu 72 Prozent des Nennwerts gehandelt. Das Land muss später aber 100 Prozent zahlen. Kauft es die Anleihe nun etwa zu 80 Prozent zurück und löscht diese, sinkt die Gesamtverschuldung.
Derzeit sind 263 Mrd. Euro an griechischen Anleihen im Markt. Auch bei einer freiwilligen Umschuldung würden private Anleger die Hauptlast tragen. Eigentlich ist die Beteiligung des Privatsektors erst für die Zeit ab 2013 geplant. Treffen würde es vor allem Anleger, die Anleihen teuer gekauft haben und noch zum Nennwert in ihren Büchern führen. "Substanzielle Verluste" bei Banken, Versicherungen und Pensionskassen in der Euro-Zone könnten die Folge sein, fürchtet Analyst Jürgen Michels von der Citigroup.
  • Aus der FTD vom 20.01.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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