Offiziell wurden die Überlegungen auch am Mittwoch wieder dementiert. Mehrere Quellen bestätigten der FTD aber, dass über den Ankauf griechischer und irischer Anleihen durch den Rettungsfonds gesprochen wird. Die Staats- und Regierungschefs wollen Ende März über ein Gesamtpaket entscheiden. Griechenland erhält bisher keine Hilfen des Fonds, sondern direkte Kredite aus 14 Euro-Staaten.
Seit Mai kauft die Europäische Zentralbank (EZB) griechische, irische und portugiesische Anleihen am Sekundärmarkt, um die Kurse zu stabilisieren. Die EZB will diese Aufgabe aber wieder abgeben.
Nach einem Bericht der "Zeit" könnte die EFSF ihre Möglichkeit nutzen, günstig Geld am Finanzmarkt aufzunehmen. Die drei großen Ratingagenturen gaben dem Fonds am Mittwoch offiziell ihr "AAA"-Siegel. Das ermöglicht dem Fonds, zehnjährige Anleihen mit einem Zinssatz von um die 3,5 Prozent aufzunehmen.
Die Rendite für griechische zehnjährige Anleihen lag am Mittwoch bei über elf Prozent. Diese Zinsdifferenz würde folgendes Modell ermöglichen: Griechenland bietet allen Anlegern an, Anleihen zum gegenwärtigen Preis oder mit Aufschlag zurückzukaufen. Eine griechische Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit wurde gestern zu 72 Prozent des Nennwerts gehandelt. Das Land muss später aber 100 Prozent zahlen. Kauft es die Anleihe nun etwa zu 80 Prozent zurück und löscht diese, sinkt die Gesamtverschuldung.