Banken, Versicherungen und anderen Besitzern griechischer Anleihen wird angeboten, ihre Anleihen zurückzugeben oder umzutauschen. Das kann auf verschiedene Weise geschehen.
Im Mittelpunkt stehen drei Modelle eines Umtauschs in Anleihen mit längeren Laufzeiten. Ein Modell sieht vor, dass die neuen Anleihen zum gleichen Nennwert in eine Anleihe mit geringen Zinsen und 30 Jahren Laufzeit umgetauscht werden. Im zweiten haben die neuen Anleihen einen geringeren Nennwert als die alten, dafür sind die Zinsen höher bei ebenfalls 30 Jahren Laufzeit. Im dritten Modell beträgt die Laufzeit nur 15 Jahre, ebenfalls bei einem Abschlag.
Zudem sollen die Gläubiger sich für einen sogenannten Roll-over entscheiden können: Das bedeutet, dass sie ihre alten Anleihen bei Fälligkeit in 30 Jahre laufende neue umtauschen. Jede dieser Konstruktionen führt dazu, dass der sogenannte Gegenwartswert der neuen Anleihe um 20 Prozent unter dem Nominalwert der alten Anleihe liegt.
Ein weiterer Weg ist ein Anleiherückkauf durch Griechenland, wobei dann ein Aufschlag auf den Marktwert gezahlt wird. Das ist für Institute interessant, die lieber mit Verlust ganz aus Griechenland aussteigen wollen.
Die Euro-Staaten rechnen nach den Verhandlungen mit dem Finanzsektor damit, dass von den zwischen 2011 und 2020 fällig werdenden Anleihen 90 Prozent getauscht oder zurückgegeben werden. Der Privatsektor hält 150 Mrd. Euro an bis 2020 fällig werdenden Papieren.