Der dauerhafte Euro-Rettungsfonds ESM soll nach deutsch-französischem Willen Ende 2012 startklar sein. Bisher war der Termin für Mitte 2013 anvisiert. Entscheidungen über die Mittelvergabe sollen mit einer qualifizierten Mehrheit des gezeichneten Kapitals gefällt werden. Paris oder Berlin könnten damit die Vergabe von Krediten stoppen.
Doch an diesem Punkt endet schon die deutsch-französische Einigkeit. Paris will die Begrenzung auf 500 Mrd. Euro nach Informationen von Reuters streichen. "Das beste wäre, keine Zahl mehr zu nennen, so dass der Markt keine Grenze mehr zum Testen hätte", zitierte die Nachrichtenagentur eine Person, die mit den Beratungen vertraut sei . Die Bundesregierung ist strikt gegen eine Aufstockung.
Auch über eine Verdoppelung der Feuerkraft durch eine Zusammenlegung des vorläufigen Rettungsschirms EFSF mit dem ESM wollen die Deutschen nicht verhandeln. Die bisherige Planung sieht vor, dass der EFSF im ESM aufgeht. Das Geld, das der vorläufige Fonds schon ausgegeben hat, stünde dem Nachfolger nicht mehr zur Verfügung. 190 Mrd. Euro aus dem EFSF-Topf sind verplant. Ob das verbleibende Geld für die Rettung angeschlagener Länder ausreicht, ist umstritten. Wenn der ESM mit 500 Mrd. Euro starten soll, müsste die Bundesrepublik ihre Garantiesumme erhöhen. Das würde komplizierte Verhandlungen in der Koalition nach sich ziehen und eventuell zum Ende von Schwarz-Gelb führen.
Diskutiert wird auch weiterhin über die Möglichkeit, den ESM mit einer Banklizenz auszustatten. Diese Idee ist Bestandteil des Vorschlags von Ratspräsident Van Rompuy. Auch hier sagt die Berlin Nein. "Es zählt nicht zu den Absichten der Bundesregierung, dem ESM den Charakter einer Bank zu geben. Wir glauben, dass das in eine völlig falsche Richtung führt", sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter.
Doch um eine Diskussion kommt Deutschland nicht herum. Euro-Gruppen-Chef Juncker, sympathisiert mit dem Vorschlag. Die Entscheidung, ob der ESM wie eine Bank Geld leihen und verleihen darf, müsse beim Gipfel fallen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Und er halte es für falsch, "sich hier apodiktisch einzumauern". Berichte, die Banklizenz sei vom Tisch, wurden unmittelbar vor dem Gipfel in der EU-Kommission zurückgewiesen.