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Merken   Drucken   28.09.2009, 06:29 Schriftgröße: AAA

Grandioses Ergebnis: Wahlergebnis zwingt FDP zur personellen Erneuerung  

Fast 15 Prozent: die Liberalen sind im Bund so stark wie nie zuvor und dürfen wieder regieren. Nun brauchen sie Spitzenkräfte für etliche Minister- und Staatssekretärsposten sowie die Fraktionsführung - die Personaldecke könnte knapp werden. von Timo Pache, Berlin
Der Sieger kann warten. Guido Westerwelle lässt an diesem Abend den Verlierern den Vortritt: Frank-Walter Steinmeier von der SPD sowieso, aber auch Angela Merkel, deren CDU, wenn sie so weitermacht, bald ebenfalls der FDP gefährlich nahekommt.
Westerwelle tritt also als Letzter vor seine jubelnden Fans. Und als unbestrittener Sieger entscheidet sich der wohl bald neue Außenminister und Vizekanzler einer schwarz-gelben Bundesregierung für den besonnenen Auftritt. "Wir freuen uns über dieses herausragende Ergebnis. Wir wissen aber, vor allen Dingen bedeutet dieses Verantwortung", sagt Westerwelle und guckt dabei sehr ernst.
Der FDP-Vorsitzende kann sich die demonstrative Ruhe leisten. Für ihn ist diese Wahl in jeder Hinsicht ein Triumph: Mit 14,6 Prozent der Stimmen erringen die Liberalen das beste Ergebnis auf Bundesebene in der Geschichte der Partei. Und nach elf Jahren in der Opposition steht die FDP vor der Rückkehr an die Macht. Dass die Wähler die FDP beinah halb so stark gemacht haben wie CDU und CSU zusammen, das dürfte in der FDP-Spitze noch lange nach diesem Abend für tiefe Genugtuung sorgen.
Diese Wahl wird die gesamte Partei umkrempeln. Denn jetzt werden viele noch einmal etwas, die die Hoffnung fast schon aufgegeben hatten. Da ist zum Beispiel Rainer Brüderle, seit elf Jahren Schattenwirtschaftsminister der FDP. 64 Jahre alt ist er darüber geworden. Wenigstens für eine Legislaturperiode würde er gern das begehrte Wirtschaftsressort führen. Ob es so kommt, kann an diesem Abend zwar noch niemand sagen, aber seine Chancen standen noch nie so gut wie jetzt.

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