FTD.de » Politik » Europa » Nouriel Roubini - Schafft nur kein griechisches Schuldenungeheuer

Merken   Drucken   20.06.2011, 16:49 Schriftgröße: AAA

Griechenlands Gläubiger: Nouriel Roubini - Schafft nur kein griechisches Schuldenungeheuer

Kommentar Die Euro-Zone setzt darauf, dass sich private Gläubiger ohne Zwang an der Lösung des Schuldenproblems beteiligen. Das ist der schlechteste Weg von allen. Auch eine zweite Wiener Initiative taugt nichts. von Nouriel Roubini
Nouriel Roubini ist Wirtschaftsprofessor an der Stern School of Business, New York University
Die Europäische Zentralbank will bis auf Weiteres weder private Gläubiger zur Rettung Griechenlands einbeziehen, noch ist sie für eine sanfte Umschuldung zu haben. Damit gehen dem öffentlichen Sektor langsam die Möglichkeiten aus, Gläubiger in die Pflicht zu nehmen. Die letzte Idee nun findet anscheinend selbst die EZB akzeptabel: Griechenlands Gläubigerbanken sollen ihre Staatsanleihen "freiwillig" halten. Die Idee ist, dass sie ihre Forderungen bei Fälligkeit verlängern, indem sie neue Staatsanleihen aufnehmen.
Nouriel Roubini   Nouriel Roubini
Diese Option hat Ähnlichkeit mit der sogenannten Wiener Initiative. Jene stieß während der globalen Krise 2008/09 ein grenzübergreifendes Engagement ausländischer Banken in Mittel- und Osteuropa an, als dort eine Reihe Staaten und Bankensysteme Gefahr liefen, die Forderungen ausländischer Gläubiger nicht mehr bedienen zu können.
Die Idee, ausländische Gläubiger einzubeziehen, um das Bankensystem eines Landes zu retten, war auch da nicht neu. Auf ähnliche Weise wurden bereits 1998 in Südkorea ausländische Banken in die Rettung der Institute vor Ort einbezogen, ebenso wie 1999/2000 in Brasilien und 2001/02 in der Türkei. Das waren zum Teil Zwangsmaßnahmen. Es lag aber zugleich auch im Interesse der Banken, sich weiter bei ihren ausländischen Töchtern zu engagieren. Beide Szenarien können erfolgreich sein.
Wer treibt die Griechen in die Pleite?

 

Wer treibt die Griechen in die Pleite?

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Allein darauf zu setzen, dass die Banken ihr Engagement freiwillig fortsetzen, würde die Schulden bei den aktuellen Marktzinsen noch weniger tragfähig machen und nach einiger Zeit bei den neuen Anleihen zum Zahlungsausfall führen. Die einzige Möglichkeit, zu verhindern, dass sich die Verzinsung der neuen Anleihen den Marktsätzen annähert und damit unhaltbar wird, bestünde darin, die neuen Anleihen mit einer Vorrangigkeit oder Sicherheit auszustatten.
Doch beide Optionen sind nicht sonderlich erstrebenswert. Denn eine Verlängerung stellt kein "Massedarlehen" dar, also sind Kreditvergünstigungen nicht gerechtfertigt.
Wird die Verlängerung stattdessen zum ursprünglichen Zinssatz oder weit unter den Marktsätzen vorgenommen, um Griechenland eine gewisse Schuldenerleichterung zu verschaffen, ist das Ganze nicht mehr freiwillig, sondern hat Zwangscharakter. Damit unterscheidet sich die Option nicht wesentlich von der geordneten oder sanften Umschuldung, die die EZB und andere Vertreter des öffentlichen Sektors so vehement ablehnen.
Hinzu kommt, dass nur Banken einbezogen würden, wodurch eine enorme Ungleichheit unter den Gläubigern geschaffen würde. Außerdem würden nur fällig werdende Anleihen nach und nach verlängert, statt einen beträchtlichen Teil der Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt einem einheitlichen Schuldentausch zu unterziehen. Nur Letzteres würde dem Schuldner eine spürbare Schuldenerleichterung bescheren. Die "freiwillige" Lösung brächte kaum eine Erleichterung, und die Schuldenlast des Landes bliebe weiterhin nicht tragfähig.

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  • FTD.de, 20.06.2011
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Kommentare
  • 24.06.2011 10:50:59 Uhr   pattyb: hinter griechenland

    Da gibt es noch die Riesenspekulationen der Finanzwelt im grauen Finanzmarkt z.b cds, kurz gesagt Finanzwetten auf Griechenland. Machen da die Spieler , z.B unsere Banken dicke Verluste , stehen die bald in Berlin , damit Geld kommt , um die Pleite abzuwenden. Sonst ist das Spargeld der Sparer weg, also lieber neue Garantien.
    Wir schätzen bei Griechenland nicht auf 350 Milliarden eher auf 600.
    Hier ist doch auch zu sehen, warum soll der Investmentbanker auf seine Provisionen verzichten, indem er nicht spekuliert. Alle wollen Geld machen, soviel wie möglich, warum soll er verzichten, Ist doch Alles legal. Und was ist schon Griechenland , sind die pleite , kommt das Neue Griechenland. Wichtig ist für den Frankfurter Investmentbanker mit 25 Jahren, dass er sein Einfamilienhaus für 4 Millionen hat und mit 30 mit 100 Millionen auf der hohen Kante ,damit er sich selbstständig machen kann . Dann kommen die ganz grossen Provisionen, z.B als Fondchef im Öltrading ( 100-500 Millionen im Jahr.). Deine beste Ausbildung dafür ( sich nicht vom Erdkundelehrer im Gymnasium erklären lassen,was eine Aktie ist / der lehrer gehört in die Steinzeit) sind Strategiespiele , Kampfspiele im Internet,Pokern .( In die Schule , nach Hause , und dann für die nächsten 10 Stunden täglich an den Computer / 400-500 Stunden im Monat vom 10. Lebensjahr an/ das macht fit) Das macht schnell und hart für Entscheidungen im Trading. danach ein Mathestudium. dann machst du als seiteneinsteigender Trainee die Investmentbankingausbildung. Das wollen ja auch die Politiker,die wollen Maximumkohle für sich,sind noch nicht mal gewählt ,sondern über die Landesliste drin und wollen auch nie wieder raus,gepampert bis zum Abwinken.

  • 22.06.2011 19:05:08 Uhr   pattyb: griechenland
  • 21.06.2011 12:52:01 Uhr   matt_us: Roubine will CDS zur Auszahlung bringen!
  • 21.06.2011 12:25:29 Uhr   Dieter: System- Reformen notwendig
  • 21.06.2011 12:21:09 Uhr   pattyb: meine griechenlandlösung
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