Frankreich wird trotz anderslautender Bekenntnisse der Regierung einer EU-Prognose zufolge das Haushaltsloch in den kommenden beiden Jahren nicht ausreichend stopfen. Das Defizit werde 2013 und 2014 jeweils 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen nach einem Minus von 4,5 Prozent im laufenden Jahr, sagten die Konjunkturexperten der EU am Mittwoch im Rahmen ihrer Herbstprognose voraus. Frankreichs Präsident François Hollande hatte zuletzt schon in den eigenen Reihen mit Widerständen gegen Kürzungen und Reformen zu kämpfen, die die öffentlichen Finanzen sanieren sollen.
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Die EU-Kommission sagt nun für kommendes Jahr eine wieder steigende Arbeitslosigkeit in Frankreich voraus. Diese Entwicklung werde in Verbindung mit den angekündigten Steuererhöhungen die Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone bremsen. Frankreichs Bruttoinlandsprodukt legt demnach 2013 lediglich um 0,4 Prozent zu. Das ist die Hälfte dessen, was die Regierung mit 0,8 Prozent eingeplant hat. 2014 beschleunigt sich das Tempo dann laut EU-Prognose auf 1,2 Prozent. In diesem Jahr bleibt es bei einem mageren Plus von 0,2 Prozent.
Die deutsche Wirtschaft hat ihre Durststrecke nach Einschätzung der EU-Kommission bald hinter sich: "Nach einer moderaten Wachstumsrate von 0,8 Prozent 2012 und 2013 wird sich das Bruttoinlandsprodukt 2014 um gesunde 2,0 Prozent steigern", prognostizierten die Konjunkturexperten. Vorangetrieben wird die Entwicklung demnach von einer starken Binnennachfrage der Konsumenten und der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Das mache die Schwäche wichtiger Handelspartner und die Unsicherheit wegen der Schuldenkrise der Euro-Zone wett.
Zuletzt hat sich das Bild in Deutschland deutlich eingetrübt: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion überraschend stark gedrosselt und Volkswirte gehen inzwischen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft Europas im vierten Quartal schrumpfen wird - erstmals seit Ende 2011.