Bergungsarbeiten
Die Taucher der "Concordia"
Das mit 114.500 Tonnen bemessene Schiff war mit mehr als 4200 Menschen an Bord am vergangenen Freitagabend vor der Insel auf einen Felsen gelaufen und liegt seitdem teilweise überflutet auf einer Schiffseite auf Grund. Bei dem Unglück kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. Mehr als 20 Personen, darunter mehrere Deutsche, werden vermisst. Als Schuldigen haben die italienischen Behörden den Kapitän identifiziert, gegen den Haftbefehl wegen fahrlässiger Tötung erlassen wurde.
Eine von ihrer Familie als vermisst gemeldete Ungarin, die angeblich auf dem gesunkenen Kreuzfahrtschiff "Costa Concordia" mitgereist war, ist seit drei Jahren tot. Die Familie, die die Vermisstenanzeige erstattet hatte, habe schlicht gelogen und "die Daten einer vor drei Jahren gestorbenen Person missbraucht", teilte das ungarische Außenministerium am Montag in Budapest mit. Das Ministerium bezeichnete die falsche Anzeige als "bisher beispiellos" und "außerordentlich bedauerlich".
Zunächst war nicht klar, was die Angehörigen bewog, ihre Verwandte als vermisst zu melden. Möglicherweise hätten sie versucht, sich unter Ausnutzung der Tragödie "einen unrechtmäßigen Gewinn zu veschaffen", hieß es in der Stellungnahme des Ministeriums. Die näheren Umstände, die zu der falschen Anzeige führten, würden noch untersucht. Die Betroffenen hatten offenbar die Tatsache ausgenutzt, dass mehrere blinde Passagiere auf dem Schiff vermutet werden.
Fünf Leichen möglicher blinder Passagiere seien bisher nicht identifiziert worden, sagte der Einsatzleiter des Zivilschutzes. Anhand der Passagierlisten sei dies nicht möglich, sagte der Zivilschutzeinsatzleiter. Wegen dieser Ungenauigkeiten müsse noch von mindestens 24 Vermissten ausgegangen werden.
Am Montag gaben die Verantwortlichen grünes Licht zum Abpumpen der rund 2300 Tonnen Treibstoff an Bord. Die niederländische Firma Smit wird am Dienstagmorgen mit den Vorbereitungen am Schiff beginnen. In den Tanks des Schiffes lagern noch mehr als 2000 Tonnen Schweröl, sowie wohl mehrere hundert Tonnen Diesel. Sollte die "Costa Concordia" auseinanderbrechen, droht eine Umweltkatastrophe. Costa-Crociere-Präsident Pier Luigi Foschi sagte, das Schiff sei "auf jeden Fall verloren". Der Schaden wird auf mindestens 500 Mio. Euro geschätzt.