Rumänien bekommt von der Europäische Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) eine Krisenhilfe in Höhe von 19,95 Mrd. Euro zur Abfederung der globalen Wirtschaftskrise. Davon stellt der IWF 12,95 Mrd. Euro in einem zweijährigen Stand-by-Kredit zur Verfügung, sagte der Chef der IWF-Mission, Jeffrey Franks, am Mittwoch in Bukarest nach Abschluss der Verhandlungen. Seit Herbst 2008 konnten wegen der Finanzkrise bereits die EU-Mitglieder Ungarn und Lettland einen Staatsbankrott nur durch Milliardenhilfen des IWF und der EU abwenden.
Die Europäische Kommission trage 5 Mrd. Euro aus dem Notfallfonds der EU zu dem in Bukarest geschnürten Kreditpaket bei, hieß es weiter. Beteiligt seien mit jeweils 1 Mrd. Euro ferner die Weltbank sowie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zusammen mit anderen Instituten. An die Auszahlung des Milliardenkredits sind strenge Auflagen für die Regierung in Bukarest gekoppelt. Vertreter des IWF und der Europäischen Kommission hatten zwei Wochen lang die wirtschaftliche Lage des neuen EU-Staates überprüft.
Der IWF und die rumänische Behörden einigten sich auf eine Neuverschuldung in diesem Jahr von 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, verlautete es aus Regierungsquellen. Ferner habe sich Bukarest verpflichtet, die Löhne im öffentlichen Dienst einzufrieren. In dem Haushaltsplan 2009 war ein Budgetdefizit von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts vorgesehen.
Mit einer Unterzeichnung des Kreditabkommens wird in zwei Wochen gerechnet. Der IWF-Direktorenrat in Washington will am 4. Mai über das Abkommen befinden. Der IWF rechnet mit einer Schrumpfung der rumänischen Wirtschaft in diesem Jahr um vier bis sechs Prozent. 2008 war die rumänische Wirtschaft noch um 7,1 Prozent gewachsen.