Der Mittelstand braucht Investitionskapital, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten. Doch die Krise an den Finanzmärkten macht genau dieses Kapital knapp, weil Banken sich mit Krediten zurückhalten. Wir zeigen, welche Alternativen es gibt.
Hoffnung in Brüssel:EU will Finanzmarkt in 100 Tagen retten
Die Welt gerettet in drei Monaten: Geht es nach der EU, wird der IWF mit mehr Macht ausgestattet, um die Folgen der Finanzkrise in den Griff zu bekommen. Doch ob Washington mitspielt, ist offen. von Wolfgang Proissl (Brüssel) und Birgit Marschall (Berlin)
Europas Staats- und Regierungschefs wollen sich bei ihrem Brüsseler Sondertreffen auf einen 100-Tage-Plan zur Reform des Weltfinanzsystems verständigen. Den Anstoß für das ehrgeizige Vorhaben soll der Weltfinanzgipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) geben, der am 15. November in Washington stattfindet.
Nach dem G20-Gipfel sollten "innerhalb von 100 Tagen konkrete und operationelle Vorschläge" zur internationalen Finanzarchitektur vorgelegt werden, heißt es im Entwurf der Tischvorlage des französischen EU-Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy für das Treffen am Freitag.
Außerdem solle der G20-Gipfel "sofortige Weichenstellungen" zur Verbesserung des Finanzsystems festlegen, so der Entwurf, der der FTD vorliegt. Allerdings hatte Sarkozy die Arbeiten an dem Papier am Donnerstagabend noch nicht abgeschlossen. Zudem soll es am Freitag dazu keinen formellen Beschluss, sondern lediglich eine Unterrichtung geben.
Druck aus Europa
Mit dem Zeitplan erhalten die Europäer den Druck aufrecht, die Weltfinanzarchitektur rasch zu verbessern. Die Reformarbeit wird dadurch erschwert, dass der frisch gewählte US-Präsident Barack Obama sein Amt erst am 20. Januar 2009 antritt. Um den künftigen demokratischen Präsidenten schon jetzt einzubinden, soll es zum Gipfelauftakt kommenden Freitag ein Abendessen der G20-Regierungschefs mit Obama geben. Nach den 100 Tagen soll es einen erneuten G20-Gipfel geben, eventuell im Umfeld des Nato-Gipfels Anfang April in Straßburg und Kehl.
Der Tischvorlage zufolge soll der Internationale Währungsfonds (IWF) "eine zentrale Rolle in einer effizienteren und inklusiveren Finanzarchitektur" bekommen. Der IWF erhielte demnach bessere Interventionswerkzeuge zur Krisenvermeidung. Zudem müssten "seine Finanzmittel gestärkt werden, damit er Ländern in der Krise besser helfen kann".
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