Die Europäische Union nimmt Google beim Datenschutz stärker in die Pflicht. Der Suchmaschinenbetreiber hat vier Monate Zeit, um Änderungen bei der Verknüpfung von Nutzerdaten vorzunehmen, teilte die französische Datenschutzkommission CNIL mit. Mit der Sammlung der Daten hatte Google erneut die Behörden auf den Plan gerufen, weil diese darin einen Verstoß gegen Regeln zum Schutz der Privatsphäre sehen. "Sollte Google seine Praktiken nicht in der vorgegebenen Zeit ändern, werden wir Disziplinarmaßnahmen ergreifen", drohte CNIL-Präsidentin Isabelle Falque-Pierrotin dem US-Internetriesen in Namen der 27 nationalen Datenschutzbehörden in der EU.
CNIL hatte im Februar Ermittlungen gegen Google aufgenommen. Die Untersuchung wurde in Zusammenarbeit mit anderen europäischen Datenschutzbehörden vorangetrieben. Bis Mitte März wurde Google ein Fragenkatalog zur Beantwortung vorgelegt.
Im Januar hatte Google angekündigt, seine Datenschutzpolitik zu vereinfachen. Seit dem 1. März gilt eine neue Regelung, die 60 verschiedene Vorgaben von Google-Angeboten wie Youtube, Gmail und Google+ zusammenfasst. Sie ermöglicht es dem Unternehmen, alle Daten zu verknüpfen, die es von einem Nutzer über die einzelnen Dienste erhält. Google begründete die Neuerung damit, seine Suchergebnisse besser auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zuschneiden und Angebote optimieren zu können.
Die Rüge kommt für den Konzern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die US-Aufsicht FTC und die EU-Wettbewerbsbehörde ermitteln bereits gegen das Unternehmen. Dabei geht es um den Verdacht, dass Google seine dominante Stellung auf dem Suchmaschinenmarkt zulasten der Konkurrenz ausnutzt.