Italiens designierter Außenminister Franco Frattini denkt über die Abschiebung von Ausländern nach, die wenig verdienen. Angesichts vieler Einwanderer aus Osteuropa wird die Ausländerpolitik in Italien momentan heiß diskutiert.
Frattini forderte in der Zeitung "Il Giornale" ein Gesetz für eine Mindestlohngrenze. Ausländer, die weniger verdienten, dürften nicht länger als 90 Tage im Land bleiben. Wie hoch das Mindesteinkommen sein müsse, sagte Frattini nicht. Er sagte jedoch, es solle sich an der Armutsgrenze in Italien orientieren.
Dem Statistikamt ISTAT zufolge gilt in dem Land eine zweiköpfige Familie als arm, wenn sie weniger als 970 Euro im Monat verdient. Die Regelung soll Frattini zufolge auch für Ausländer aus der EU gelten. Frattini ist derzeit EU-Justizkommissar.
Die Einwanderungspolitik ist vor dem erneuten Amtsantritt Berlusconis Anfang Mai ein großes Thema in der Öffentlichkeit. Dazu haben eine Reihe von Gewalttaten beigetragen, an denen Rumänen beteiligt waren. Schätzungen zufolge leben rund 500.000 Rumänen in Italien. Vor allem nach dem EU-Beitritt des osteuropäischen Landes waren viele seiner Bürger nach Italien gekommen.
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