Severino Antinori
"Natürlich wird es ein Junge sein." Die Mutter sei nun in der 33. Schwangerschaftswoche, und das Baby wiege zweieinhalb Kilogramm. Zweifel an einem solchen Ergebnis sind aber angebracht. Bei Tieren waren jeweils mehrere Hundert Versuche notwendig, um ein geklontes Tier auf die Welt zu bringen. Geklonte Säugetiere weisen zudem häufig genetische Schäden auf. Das erste Klon-Schaf Dolly altert schneller als andere Schafe und hat Arthritis. Kollegen kritisieren, dass Antinori Menschen solchen Versuchen unterzieht. Beim Klonen wird eine Eizelle entkernt und eine Körperzelle eingebracht. Der Klon hat die Gene des Spenders der Körperzelle.
Bereits vor rund einem Jahr hatten Antinori und sein US-Kollege Panos Zavos angekündigt, sie wollten kinderlosen Paaren durchs Klonen zu Nachwuchs verhelfen. Antinori sagte, er wolle geheim halten, wo das Kind geboren werden soll. Um die beteiligten Ärzte sowie Mutter und Kind nicht zu gefährden, wolle er keine weiteren Angaben machen.
In den meisten Ländern ist das menschliche Klonen verboten. Zuletzt waren Verhandlungen der Uno für eine Konvention gegen das Klonen am Menschen aber gescheitert. Die Regierungen konnten sich nicht einigen, ob nur das Klonen von Menschen oder schon das Klonen menschlicher Zellen zur Forschung geächtet werden soll.
In Deutschland sind beide Arten verboten. In Europa erlaubt Großbritannien das so genannte therapeutische Klonen. Die Technik ist die gleiche wie beim reproduktiven Klonen, nur werden solche Eizellen nicht in eine Gebärmutter eingesetzt. Forscher hoffen, solche Zellen vielleicht gegen schwere Leiden wie Alzheimer oder Diabetes einsetzen zu können. Forscher etwa in Israel oder Singapur und privat finanzierte Wissenschaftler in den USA dürfen begrenzt menschliche Zellen klonen. Der Erschaffer von Dolly, der Brite Ian Wilmut, will ebenfalls damit experimentieren. "Wir haben einen Antrag für eine Lizenz bei den Behörden gestellt", bestätigte sein Institut diese Woche.