Für die von der Finanzkrise hart getroffenen EU-Mitglieder Osteuropas soll es eine Abkürzung zur Einführung des Euro geben. Iin einem bislang unveröffentlichten Strategiebericht skizziert der Internationale Währungsfonds wie es gehen könnte.
Der Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) liegt der Financial Times vor. Die Organisation fordert diese EU-Staaten auf, ihre nationalen Währungen rasch zugunsten des Euro aufzugeben, auch wenn sie noch nicht formal der Euro-Zone beitreten können.
Ein solches Vorgehen brächte nach Ansicht des IWF große Vorteile: Auf diese Weise könnten die hohen Schulden, die die osteuropäischen Länder in Fremdwährungen angehäuft haben, als Gefahr entschärft und harte soziale Einschnitte vermieden werden. "So ließe sich Unsicherheit verringern und Vertrauen wiederherstellen", heißt es in dem Strategiepapier.
Bislang hatten sich vor allem Deutschland, aber auch andere führende EU-Mitglieder dem Drängen des IWF, der Weltbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung widersetzt, der osteuropäischen Finanzkrise auf regionaler Basis entgegenzutreten. Ein Rettungsfonds wäre nach Ansicht der Bundesregierung zu teuer.
Der IWF-Report regt nun an, dass die jetzigen Euro-Länder ihre strikten Beitrittsregeln lockern und so eine Mitgliedschaft auf Probe ermöglichen. Dabei würden die Osteuropäer keine Sitze im Rat der Europäischen Zentralbank erhalten.
Unterdessen wächst in mehreren osteuropäischen Staaten, die 2009 Finanzhilfen in Höhe von 123 Mrd. $ benötigen, der Widerstand gegen die dafür vom IWF geforderten Maßnahmen. Die Ukraine und Lettland wollen sie nicht umsetzen, und Ungarn sucht gegenwärtig nach einer Regierung, die solche unpopulären Schritte durchsetzen kann. Der IWF sagt 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung Osteuropas einschließlich der Türkei um 2,5 Prozent voraus.