Wenn die EZB Staatsanleihen aufkauft, schöpft sie die so geschaffene Liquidität gleich wieder ab. FTD.de erklärt, wie das funktioniert.
von Bernd Mikosch
und André KühnlenzFrankfurt
Für die Hüter der reinen Lehre ist die Sache klar: Wenn eine Zentralbank Staatsanleihen aufkauft, druckt sie Geld, um den maroden Haushalt zu finanzieren - und riskiert somit eine anziehende Inflation. Um dieser Kritik zu begegnen, hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) einen Kniff überlegt: Sie schöpft die Liquidität, die sie geschaffen hat, gleich wieder ab, um der Inflation keine Chance zu lassen.
Wöchentlicher Kauf der EZB von Anleihen finanzschwacher Euro-Staaten im Rahmen des Securities-Markets-Programms in Mrd. Euro
Seit Mai vergangenen Jahres kauft die EZB immer wieder Staatsanleihen der schuldengeplagten Euro-Peripherie, um die hohen Renditen der Papiere zu drücken.
Ohne die künstliche Nachfrage der Zentralbank müssten Griechenland, Spanien oder auch Italien Investoren noch höhere Zinsen bieten als ohnehin schon - und hätten damit keine Chance, der Schuldenspirale zu entkommen.
In der Woche bis 2. September wickelte die EZB so Staatsanleihekäufe für 13,3 Mrd. Euro ab. Wie viel vergangene Woche dazukam, wird am Montag veröffentlicht.
Wie das Abschöpfen der Liquidität technisch funktioniert, zeigen die vergangene Woche publizierten Zahlen: Mit einem Schnelltender sammelte die EZB am Dienstag 129 Mrd. Euro bei Banken ein - genau die Summe, die sie bislang im Rahmen des Anleiheaufkaufprogramms investiert hat.
Dieses Geld verzinst sie im Schnitt mit einem Jahressatz von einem Prozent und zahlt es sieben Tage später wieder zurück. Insgesamt boten 100 Banken der EZB 173,6 Mrd. Euro zu einem Zins von 0,8 bis 1,5 Prozent an - die Nachfrage reichte also locker aus, um die Anleihekäufe zu "sterilisieren", wie es im Notenbank-Sprech heißt.
Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr
Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr
Die Idee einer Wiedereinführung der Vermögensteuer mag populär sein, klug ist sie jedoch nicht. Denn der bürokratische Auffwand ist unabsehbar. Lohnenswerter wäre eine Reform der Erbschaftsteuer. mehr
Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?
An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Monatelang haben Bund und Länder wichtige Vorhaben liegen gelassen. Nun kommt alles auf den großen politischen Basar. Ein Überblick über die wichtigsten Projekte, die vor der Sommerpause verabschiedet werden sollen. mehr
Um die harten Sparauflagen zu erfüllen, riet die "Bild"-Zeitung den Griechen einst, ihre Inseln zu verkaufen. Nun folgen immer mehr Besitzer dem Rat aus Deutschland. Nur der Staat hat nichts von dem Boom. mehr
Russlands Opposition setzt auf Zermürbung: Mit vielen kleinen Störaktionen wird das Regime in Moskau unter Druck gesetzt. Selbst Haft schreckt nicht mehr ab. mehr
Sollten die Griechen die Drachme wieder einführen, wäre die Währungsunion nicht am Ende, sagt Commerzbank-Vorstand Zielke. Dennoch seien Vorbereitungen nötig - wie sie auch die Schweizer planen und wie der Reisekonzern TUI sie Hellas-Touristen empfiehlt. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!