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Merken   Drucken   12.09.2011, 10:29 Schriftgröße: AAA

Kampf gegen Inflation: Notenbanker "sterilisieren" Anleihekäufe

Wenn die EZB Staatsanleihen aufkauft, schöpft sie die so geschaffene Liquidität gleich wieder ab. FTD.de erklärt, wie das funktioniert.
© Bild: 2011 Bloomberg/Hannelore Foerster
Wenn die EZB Staatsanleihen aufkauft, schöpft sie die so geschaffene Liquidität gleich wieder ab. FTD.de erklärt, wie das funktioniert. von Bernd Mikosch  und André Kühnlenz  Frankfurt
Für die Hüter der reinen Lehre ist die Sache klar: Wenn eine Zentralbank Staatsanleihen aufkauft, druckt sie Geld, um den maroden Haushalt zu finanzieren - und riskiert somit eine anziehende Inflation. Um dieser Kritik zu begegnen, hat sich die Europäische Zentralbank (EZB) einen Kniff überlegt: Sie schöpft die Liquidität, die sie geschaffen hat, gleich wieder ab, um der Inflation keine Chance zu lassen.
Wöchentlicher Kauf der EZB von Anleihen finanzschwacher ...   Wöchentlicher Kauf der EZB von Anleihen finanzschwacher Euro-Staaten im Rahmen des Securities-Markets-Programms in Mrd. Euro
Seit Mai vergangenen Jahres kauft die EZB immer wieder Staatsanleihen der schuldengeplagten Euro-Peripherie, um die hohen Renditen der Papiere zu drücken.
Ohne die künstliche Nachfrage der Zentralbank müssten Griechenland, Spanien oder auch Italien Investoren noch höhere Zinsen bieten als ohnehin schon - und hätten damit keine Chance, der Schuldenspirale zu entkommen.
In der Woche bis 2. September wickelte die EZB so Staatsanleihekäufe für 13,3 Mrd. Euro ab. Wie viel vergangene Woche dazukam, wird am Montag veröffentlicht.
Wie das Abschöpfen der Liquidität technisch funktioniert, zeigen die vergangene Woche publizierten Zahlen: Mit einem Schnelltender sammelte die EZB am Dienstag 129 Mrd. Euro bei Banken ein - genau die Summe, die sie bislang im Rahmen des Anleiheaufkaufprogramms investiert hat.
Dieses Geld verzinst sie im Schnitt mit einem Jahressatz von einem Prozent und zahlt es sieben Tage später wieder zurück. Insgesamt boten 100 Banken der EZB 173,6 Mrd. Euro zu einem Zins von 0,8 bis 1,5 Prozent an - die Nachfrage reichte also locker aus, um die Anleihekäufe zu "sterilisieren", wie es im Notenbank-Sprech heißt.
  • FTD.de, 12.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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