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Merken   Drucken   23.01.2007, 14:49 Schriftgröße: AAA

Kampf um den Auspuff  

EU-Umweltkommissar Stavros Dimas will die Autohersteller an die kurze Leine nehmen: Gesetze statt Selbstverpflichtungen sollen im Kampf gegen die globale Erwärmung die CO2-Emissionen bei Neufahrzeugen deckeln. Die Branche stellt sich quer. FTD Online gibt einen Überblick über die Interessen. von Annette Berger und Stephan Zimprich (Hamburg)
Dimas will die Autoindustrie zwingen, weit mehr für den Klimaschutz zu tun als bisher. Die Hersteller müssten den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer in Europa verkauften Neuwagen bis 2012 um ein Viertel auf 120 Gramm je Kilometer senken, fordert der Kommissar in einem Papier, das FTD Online vorliegt. Die ursprünglich für Mittwoch geplante Abstimmung über das Papier wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, da auch innerhalb der EU-Kommission keine Einigkeit herrscht. So hatte sich Industriekommissar Günter Verheugen gegen ein Gesetz noch in diesem Jahr ausgesprochen. Kommissionspräsident José Manuel Barroso wollte den Streit vor der Entscheidung schlichten. Er gilt als Befürworter einer gesetzlichen Regelung, die derzeit vorliegenden Vorschläge seien aber noch nicht entscheidungsreif gewesen.
Bisher gilt nur eine freiwillige Selbstverpflichtung der Autoindustrie, das ACEA-Abkommen. Kaum ein Hersteller wird allerdings die 1998 gemachten Zusagen einhalten. Die durchschnittlichen Emissionen je Neuwagen lagen in Europa bei 163 Gramm je Kilometer. Die deutschen Hersteller liegen im europäischen Vergleich durchweg auf den hinteren Plätzen: Bei den Oberklasseherstellern Porsche , BMW , DaimlerChrysler  und Audi  liegen die Werte für die Topmodelle teils bei über 300 Gramm. Die französische PSA-Gruppe kommt dagegen auf unter 150 Gramm/Kilometer im Flottendurchschnitt. Die deutsche Industrie feiert jedoch gerade mit ihren Spitzenmodellen derzeit große Erfolge - auch im Ausland. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur deutschen Exportstärke.
Über den Weg zu einer Verbesserung wird deshalb heftig gestritten. Die Vorschläge reichen von einer Erhöhung der Ökosteuer über die Reform der Kfz-Steuer hin zur verbrauchsabhängigen Besteuerung bis hin zu einer Ausweitung des Emissionshandels auf die Autoindustrie. FTD Online informiert Sie über die Positionen der einzelnen Machtblöcke.

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