Biokraftstoffe sind Studien der EU-Kommission zufolge deutlich weniger klimafreundlich als angenommen, was das Aus für die milliardenschwere Industrie bedeuten könnte. Nach den Reuters am Freitag vorliegenden Untersuchungen radieren die indirekten negativen Effekte den Großteil der Vorteile aus. Die Klima-Ziele der EU könnten demnach indirekt zur einmaligen Freisetzung von rund 1000 Megatonnen Kohlenstoffdioxid führen - mehr als doppelt so viel, wie in Deutschland jährlich in die Atmosphäre gelangt. Nach einer europäischen Richtlinie sind alle Mitgliedsstaaten bis 2020 verpflichtet, zehn Prozent des Verkehrstreibstoffes aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen.Die Einführung von E10-Kraftstoff war in Deutschland auf erhebliche Vorbehalte bei Autofahrern gestoßen.
Europas neun Milliarden Euro schwerer Biodiesel-Industrie drohen folgenschwere EU-Auflagen. "Diese Studie würde den Weg zum Untergang der Biodiesel-Branche in Europa ebnen", sagte Philippe Tillous-Borde, Chef der französischen Sofiproteol, der Europas größter Biodiesel-Hersteller gehört. In der Studie selbst ist von Erkenntnissen die Rede, die "signifikante Auswirkungen auf die existierende EU-Biodiesel-Industrie" haben dürften. Der durch die Brüsseler Vorgaben boomenden Branche drohen rechtliche Auflagen, die ihr Aus besiegeln könnten. Auf der anderen Seite dürften Firmen wie Novozymes aus Dänemark oder die spanische Abengoa profitieren: Sie arbeiten an einer neuen Generation von Biokraftstoffen, die nicht mehr aus Pflanzen hergestellt werden.