FTD.de » Politik » Europa » Lucas Zeise - Drei Jahre und kein bisschen weiser

Merken   Drucken   04.08.2010, 11:00 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Lucas Zeise - Drei Jahre und kein bisschen weiser  

Die Vorschläge Volkswirten, Notenbankern und konservativen Politiker zum Ausweg aus der Krise verfehlen das Ziel. Tatsächlich müssen die Einkommen anders verteilt werden. von Lucas Zeise 
Es ist schon merkwürdig. Einerseits erzählen uns Volkswirte, Notenbanker und konservative Politiker, dass der Aufschwung in vollem Gange ist, andererseits räumen sie ein, dass die Krise nicht vorbei ist. Einerseits ruft EZB-Präsident Jean-Claude Trichet  die Staaten dazu auf, ihre expansive Politik aufzugeben und den Gürtel enger zu schnallen, andererseits lässt er den eigenen Leitzins auf dem Notstandsniveau von einem Prozent.
Was denn nun? Sind wir noch in der Krise oder nicht? Wenn aber ja, kann man dann so handeln, als wäre sie schon überwunden?
Trichet hält sich mit Fragen nach der immer noch aktuellen Krise nicht weiter auf. In einem Artikel in der Financial Times vom 23. Juli kommt er vielmehr zu der bemerkenswert neuen Erkenntnis, dass ein hoch verschuldeter Staat weniger handlungsfähig ist als ein schuldenfreier. Unerwartete Ereignisse, Naturkatastrophen etwa, könnten künftig Fiskalmaßnahmen erforderlich machen, meint er. Um also weitere Krisen bekämpfen zu können, muss in der jetzigen Krise gespart werden. Der Text könnte von Karl Valentin stammen.
Warum die Blase platzte
Am 9. August 2007 brach die größte Finanz- und Wirtschaftskrise in unser aller Lebzeiten offen aus. Das war der Tag, als an den globalen Geldmärkten die Wende eintrat, als der Überfluss an Geld und Kapital plötzlich zum Mangel wurde. Die überschäumende Liquidität, die es den Finanzakteuren ermöglicht hatte, jederzeit Kredit zu günstigen Konditionen zu erhalten, war plötzlich verschwunden.

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  • FTD.de, 04.08.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 20.09.2010 10:20:03 Uhr   Weissdochgarnichts: Der Nagel mit dem Kopf!

    Super Artikel, föllig richtig dagestellt, interessanter Weise wird das ganze geschehen aber nicht so dargestellt von den Medien/Mainstream,...ausufernde Transaktionen auf dem Finanzsektor werden ihrgendwann der Untergang des Kapitalismus sein. Den Michel kümmerts nicht, der hat eh kein Geld mehr auf der Bank, die Börse ist überhaupt nurnoch überflüssig und nicht Systemrelevant!

  • 15.09.2010 22:05:10 Uhr   kassberg: @onzapintada:
  • 06.08.2010 15:55:19 Uhr   onzapintada: Geldelite will alles so lassen
  • 05.08.2010 12:38:34 Uhr   Eurologe: Man glaubt es kaum
  • 04.08.2010 15:19:33 Uhr   Strichnid: @Mittelschichtler
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