FTD.de » Politik » Europa » Münchau - Auf dem Weg in die nächste Lüge

Merken   Drucken   04.05.2010, 18:28 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Münchau - Auf dem Weg in die nächste Lüge  

Der Mittelmeerstaat ist vorerst gerettet. Doch die europäische Politik verschweigt der Öffentlichkeit wichtige Details der Griechenland-Hilfe. von Wolfgang Münchau 
Es droht ein neuer Skandal um die Griechenland-Beihilfen, wieder einmal als Resultat der Doppelzüngigkeit der Regierungschefs. Den Märkten wird signalisiert, dass die vereinbarten Kredite den sogenannten Junior-Status haben. Das bedeutet, dass sie im Falle einer Staatspleite Griechenlands zweitrangig bedient werden. Zuerst werden die Besitzer griechischer Staatsanleihen ausbezahlt, und wenn dann noch was übrig bleiben sollte, bekommen die europäischen Regierungen ihr Geld wieder zurück.

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  • Aus der FTD vom 05.05.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 13.05.2010 18:30:53 Uhr   Hans: Die nächste "ultima ratio" Lüge!

    Vielleicht fällt es noch dem einen oder anderen verbliebenen Demokraten auf, dass wir mittlerweile nur noch durch Notgesetze und von selbstbesorgten Einflüsterern provozierte tägliche "ultima ratios" regiert werden!

    So war es bei Lehman, wo Oberflüsterer Ackermann per Handyanruf von der Kanzlerin die schnelle Zusage über eine Staatsgarantie von 500.Mrd locker machte, ohne das Parlament vorher zu fragen (500.Mrd betragen gesamte Schulden aller deutschen Bundesländer aus 40. Jahren ununterbrochener Verschuldung!)

    Analoges "ultima ratio" war auch bei Griechenland angesagt, wo das Notgesetz mit weiteren Anträgen und zwischen anderen Tagespunkten durchs Parlament geritten wurde.

    Dabei nur noch Fraktionszwang, "Probeabstimmungen" und Verhaltensüberwachung statt der verfassungsmäßigen Gewissensfreiheit der Volksvertreter zur Schadensabwendung vom Souverän!

    Nun ein Schirm mit über 2.Billionen EUR (!) als neues "ultima ratio" ohne Parlamentsbeteiligung zur wie immer *alternativlosen* Schadensabwendung vom "unseren“ EURO, wieder exklusiv zum Schaden der Steuerzahler und nicht der Banken und deren Lobbys!

    Anmerkung: eine Euro-Abwertung sollte an sich für die gepriesene deutsche Exportfähigkeit vorteilhaft sein, zumal der Außenwert des Euros zum Dollar und Pfund seit Beginn der Eurozone um 40% zu unserem Nachteil aufgewertete und nur durch die reellen Lohneinbußen von 40% zu Gunsten der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen ausgebügelt wurde!

    Der Steuerzahler könnte einiges noch verschmerzen, wenn letztlich der gesunde Menschenverstand bei den Entscheidungen der Politiker nicht dauern vor lauter Lobbyarbeit für die Banken auf der Strecke bleiben würde.
    Aber statt nun die ursächlich schuldhaften Banken, wie in der Marktwirtschaft vorgesehen, an ihren geplatzten Risiken ohne ausreichende Deckung zu beteiligen und sie zum guten Teil auf den Verlusten sitzen zu lassen (und sie zur Not, wie in den USA problemlos mit 150 Banken geschehen, einfach einstampfen), wird stets von Merkels Staatseinflüsterern und Panikpropheten wie Ackermann, Weber, Weidmann und Asmussen wieder die Parole von "Gefahr in Verzug – Augen zu - beherztes Handeln sofort von Nöten!" ausgegeben und das ganze Spiel geht von vorne zu Lasten der nächsten Generation der Steuerzahler fröhlich los!
    Und für die Einflüsterer gibt's wieder für die nächste sinnlos verbrannte Steuerbillion einen weiteren Karrieresprung, so demnächst Weber auf den EZB-Stuhl.

    Gruß an die Auguren der Exekutive: der Wortsinn der *parlamentarischen* Demokratie bedeutet, dass Demokratie bekanntlich dort endet, wo Partei mit dem Staat verschmilzt oder die Gewaltentrennung undurchsichtig wird – die politische Weisungsunabhängigkeit der Staatsanwaltschaften wie in Italien oder der Sonderstaatsanwaltschaften in Frankreich könnten bei großen Wirtschafts-, Polit- und Bankenfällen in Deutschland wahre Wunder bewirken!

  • 10.05.2010 00:46:13 Uhr   Claus Plantiko: Griechenlandhilfe
  • 09.05.2010 15:45:13 Uhr   APOASAHN: FRIEDEL
  • 09.05.2010 09:11:40 Uhr   Walter Schneider: Die Lüge
  • 09.05.2010 08:55:57 Uhr   Walter Schneider§: Der langsame Tod
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