Auswahl und Urteil - FTD-Autoren berichten über Wirtschaft, Politik und Gesellschaft
Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!
Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.
Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.
Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.
Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.
Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.deIn Kürze wird Spanien die Griechen in den Schlagzeilen ablösen und für ein derart böses Erwachen sorgen, dass den "Blasen-Kranken" in Europas Immobilienmarkt noch Hören und Sehen vergeht. Allen, ausser den Bankern. Historische Bankiers und Königsmacher wie die Fugger vor 500 Jahren, die in dieser Kolumne bereits bemüht wurden, waren harmlose Chorknaben im Vergleich zu den Leichenpflädderern, die in den kommenden Jahren die Finanzfriedhöfe umpflügen werden.
Das Instrument dafür ist ausgerechnet ein Klassiker der antiken Griechen; das Trojanische Pferd. Das ist längst von Finanzingenieuren kopiert und wird derzeit gezimmert. Nicht nur in Spanien, auch in Deutschland. Auf neudeutsch heisst diese "Erfindung" Bad Bank.
In meiner täglichen Praxis sehe ich, dass allein aus spanischen Immobiliengesellschaften beste Liegenschaften (Bürogebäude, Hotels, Einzelhandel, Wohnungspakete, etc.) europaweit im "Wert" (?) von Hunderten Milliarden Euro sogenannt off-market auf dem Markt sind. Darunter das Feinste vom Feinsten in Paris, London, Düsseldorf, München und bis nach Wien und Warschau. Immobilien-Veteranen sind diese Edelsteine bekannt, mit Namen und Adressen. (Folglich auch der Banken- & Börsenaufsicht...)
Die Crux mit der Geschichte: Keinem noch so gut vernetzten Real Estate Broker mit besten Vorstandskontakten gelingt es, diese Werte in den Verkaufsprozess zu bringen. Obwohl die de-jure-Eigentümer mehr pleite als lebendig sind und dringend Liquidität benötigen. Das Procedere wird seitens der de-facto-Eigentümer - den Hypotheken-Gläubigern, also Banken - blockiert. Und: Die Preise bleiben in den Wolken. Genau dort, wo die Kreditgeber sie hingezockt haben und wo sie in den Bankbilanzen begraben sind (um im Bild der Kreditleichen zu bleiben).
Der nächste Schritt: Die wertvollen "Leichen" werden in eine Bad Bank entsorgt, bis der de-jure-Eigentümer pleite ist oder zumindest nach dem Strohhalm greift.
Der übernächste Schritt: Sodann werden sie wieder lebendig, "kosten" nur noch die Hälfte und... gehören der Bank. Ohne Cash, verrechnet mit der alten Hypothek. Erst dann kann man die feinen Sachen kaufen. Von der Bank, mit fettem Aufschlag.
Wundersame Geldvermehrung.
Die Geschichte wiederholt sich. Bekanntlich so oft, bis es alle kapiert haben.