Wenn der griechische Oppositionsführer Antonis Samaras das Sparkorsett von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) infrage stelle, dann sei das, als ob er mit Gott die Zehn Gebote neu verhandeln wolle: genauso aussichtslos. Ein Satz, nicht von einem der EU-Spitzenpolitiker, die den Chef der konservativen Nea Dimokratia (ND) vergebens bedrängten, den Bedingungen für eine neue Kredittranche zuzustimmen. Sondern von einem jener zehn griechischen Professoren, die das Volk in einem öffentlichen Appell anflehen, sich nicht von populistischen Politikern einlullen zu lassen.
Manche Griechen erkennen die Gefahr, die von Samaras ausgeht, wenn er die Zustimmung zu einem zweiten Sparpaket verweigert. Als der sozialistische Regierungschef Giorgos Papandreou dem Rivalen vergangene Woche eine Große Koalition anbot, ließ Samaras ihn abblitzen. Wenn Papandreou am Dienstagabend das Vertrauensvotum im Parlament verliert, hat Samaras sein Ziel erreicht: vorgezogene Neuwahlen. Die Konservativen könnten aber nicht allein regieren, sondern nur mit Papandreous Pasok. Endlos würden beide Parteien, die einander schon jetzt blockieren, verhandeln - mit unabsehbaren Konsequenzen an den Finanzmärkten.