FTD.de » Politik » Europa » Warschau will IWF um Hilfe bitten

Merken   Drucken   14.04.2009, 22:27 Schriftgröße: AAA

Kreditlinie ohne Auflagen: Warschau will IWF um Hilfe bitten  

Finanzminister Rostowski will das Land als "Stabilitätssäule" Osteuropas erhalten. Polen wäre das erste EU-Mitglied, das Notfallhilfe vom Internationalen Währungsfonds erhält. von Mark Schrörs (Frankfurt)
Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise im eigenen Land hat Polens Regierung angekündigt, beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eine 20-Mrd.-$-Kreditlinie im Zuge der neuen "Flexible Credit Line" zu beantragen. Die Linie werde nicht nur Polen selbst "immun gegen den Virus der Krise und spekulative Angriffe" machen, sondern auch seine Position als "Stabilitätssäule" der Region stärken, sagte Finanzminister Jacek Rostowski.
Polen ist das erste EU-Mitgliedsland, das die neue Kreditfazilität in Anspruch nehmen möchte, die der IWF erst Ende März eingeführt hatte. Bisher hatte nur Mexiko Interesse bekundet. Auf das Instrument sollen Länder zugreifen können, die grundsätzlich starke Fundamentaldaten vorweisen können oder in der Vergangenheit eine solide Wirtschaftspolitik betrieben. Auflagen für die Kredite soll es keine geben. Der IWF brach damit endgültig mit seiner langjährigen Politik, Kredite nur gegen klare Vorgaben zu vergeben.

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