Das sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag nach dem EU-Innenministertreffen in Brüssel. Die Innenminister der Länder hatten vergangene Woche Schäubles Plan unterstützt, jedoch eine europäische Initiative dafür zur Bedingung gemacht.
Nach Zahlen des Hochkommissars für Flüchtlingsfragen kann von den etwa zwei Millionen irakischen Flüchtlingen, die in Syrien und Jordanien Zuflucht suchten, rund 60.000 die Rückkehr in ihre Heimat nicht zugemutet werden.
Darunter sind viele Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Die EU will aber nicht nur religiöse Minderheiten bei dem Programm berücksichtigen. Aufgenommen werden sollen Iraker, die gefoltert wurden, traumatisiert oder schwer erkrankt sind. Auch alleinstehende Mütter mit ihren Kindern soll der Weg nach Europa offenstehen.
Die Irak-Flüchtlinge sollen im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen aufgenommen werden. "Dort sollen sie mit entsprechenden Leistungen des Bundes die Sprache lernen, damit sie am Arbeitsmarkt Aufnahme finden können", sagte Schäuble. Spätestens nach drei Monaten könnten sie eine neue Heimat finden. Wieviele Flüchtlinge jedem Bundesland zugeteilt werden, richtet sich nach der Einwohnerzahl der Länder.
Die Innenminister der Länder wollen noch im Dezember die Einzelheiten festlegen, damit Anfang nächsten Jahres die ersten Irakerinnen und Iraker in Empfang genommen werden können.