Zwei Rentner in Athen
Bei Rentenbeginn wird zwischen dem gesetzlichen und dem tatsächlichen Eintrittsalter unterschieden. In Deutschland sollen Arbeitnehmer künftig arbeiten, bis sie 67 Jahre alt sind. Momentan liegt die gesetzliche Grenze noch bei 65 Jahren. Allerdings arbeiten die wenigsten, bis sie dieses Alter erreicht haben. Im Durchschnitt verabschieden sich die Deutschen mit 62,2 Jahren in den Ruhestand. Dieser Wert wurde 2009 vom Statistischen Amt der EU ermittelt.
Die Griechen sind von dem deutschen Wert nicht weit entfernt: 61,5 Jahre betrug 2009 das durchschnittliche Rentenmindestalter. Der gesetzliche Rentenbeginn wurde auf 65 Jahre angehoben. Die Portugiesen arbeiten sogar länger als die Bundesbürger. Das tatsächliche Renteneintrittsalter lag bei 62,6 Jahren. Im Zuge ihres Sparprogramms plant auch die Regierung in Lissabon die Rente mit 67.
Merkels Äußerung trifft eher auf die Franzosen zu. Dort liegt das tatsächliche Eintrittsalter bei 60 Jahren. Aber auch Paris hat eine Rentenreform gegen erheblichen Widerstand beschlossen. Ähnlich sieht es in Spanien aus, wo die Arbeitnehmer künftig ebenfalls bis 67 arbeiten sollen. Noch radikaler gehen die Dänen vor, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung koppeln wollen. Das läuft auf die Rente mit 71 hinaus. Deutschland ist also mitnichten Vorreiter.