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Merken   Drucken   07.10.2008, 13:46 Schriftgröße: AAA

Land vor Bankrott: Island ruft Währungsfonds zu Hilfe  

Die Situation der Nordatlantikinsel wird immer auswegsloser. Erst verkündete die Regierung einen Notkredit aus Russland, musste dann aber zurückrudern. Die Zentralbank kündigte an, die Währung zu stabilisieren. Inzwischen ist der IWF vor Ort.
Die Ereignisse überschlagen sich in Island. Nach der Verstaatlichung des Bankensektors und der Fixierung des Wechselkurses hofft der Inselstaat auf Hilfe durch den Internationalen Währungsfonds (IWF). "Wir sind mit einem Team vor Ort. Wir tragen Informationen zusammen", bestätigte ein IWF-Sprecher am Dienstag.
Die isländische Zentralbank kündigte am Dienstag nach Angaben des staatlichen Radios an, die Krone bei einem Kurs von 131 Kronen je Euro zu fixieren. Doch der Markt zweifelt an der Glaubwürdigkeit: Nach der Mitteilung handelte der Euro bei 144 Kronen. Zuvor war er in der Spitze auf 230 Kronen gestiegen.
Die Situation Islands ist so dramatisch, dass inzwischen auch das Ausland Hilfe leisten muss. Die isländische Zentralbank teilte am Dienstag mit, dass Russland einen Kredit von 4 Mrd. Euro bereitstellt. Laut der Stellungnahme versicherte der russische Botschafter dem isländischen Zentralbankgoverneur David Oddsson, dass Russland das Darlehen geben werde. Die Laufzeit des Kredits beträgt drei bis vier Jahre. Der Zinssatz liegt 30 bis 50 Basispunkte über dem Londoner Interbankensatz Libor.
Allerdings musste die Zentralbank im Tagesverlauf zurückrudern, weil ein Sprecher von Russlands Premierminister Wladimir Putin die Nachricht dementierte. Oddson sagte später: "Das Statement war überdreht. Wir verhandeln. Aber wir sind optimistisch."

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