Der mit der Nachfolge Berlusconis beauftragte Wirtschaftsexperte Mario Monti beginnt an diesem Montag in Rom mit Konsultationen zur Regierungsbildung. Bereits am Sonntagabend hatte Monti angekündigt, dass er sofort mit seiner Arbeit starten werde. Italien müsse nun seine Finanzen wieder auf gesunde Füße stellen, das sei die Politik den künftigen Generationen schuldig.
Der 68-jährige Wirtschaftsfachmann nahm die Aufgabe "unter Vorbehalt" an. Notwendig seien Konsultationen, die er schnell, aber sorgfältig ausführen wolle, sagte Monti. "Ich werde zum Präsidenten zurückkehren, sobald ich in der Lage bin, diesen Vorbehalt aufzulösen."
Italienischen Medienberichten zufolge, dürften Montis Gespräche mit den Vertretern der Parteien mindestens bis Dienstag andauern. Gegenstand seien Programm und die Zusammensetzung des Kabinetts. Monti wolle zwölf Fachleute und keine Politiker zu Ministern machen, hieß es.
Die Partei Berlusconis hatte zuvor der Bildung einer Regierung unter Führung von Monti unter Vorbehalten zugestimmt. Die Freiheitspartei machte ihre Unterstützung einer Regierung Monti davon abhängig, dass diese nur so lange im Amt bleiben würde, bis die nötigen Schritte vollzogen sind, um den finanziellen Kollaps Italiens abzuwenden.
Parteisekretär Angelino Alfano sagte, dass auch Montis Regierungsprogramm und die Zusammensetzung seines Kabinetts ausschlaggebend für die Unterstützung seiner Partei seien. Der Regierung dürfe kein früherer Gegner Berlusconis angehören.
"Verantwortung für das Land übernehmen"
Die bisher mit der Freiheitspartei verbündete Lega Nord kündigte den Gang in die Opposition an. Lega-Nord-Chef Umberto Bossi sagte, seine Partei werde Monti fürs Erste nicht unterstützen und dann von Fall zu Fall entscheiden. Die Partei werde eine aufmerksame Opposition sein. "Wir werden ihm jedenfalls keinen Blankoscheck geben."