Mögliche Umschuldung:Iren wollen von Griechenland-Krise profitieren
Ein neuer Rettungsplan für Griechenland könnte auch Irland entlasten: Dublin hofft auf Neuverhandlungen über die Konditionen der EU-Hilfe.
Irland ist nach Einschätzung von Energieminister Pat Rabbitte auf eine Umschuldung seiner EU-Finanzhilfen angewiesen. Dabei setzt das Land auch auf die Debatte um Griechenland. "Die Sache, an der ich interessiert bin, ist, ob es aus der Situation, mit der die griechische Regierung gerade konfrontiert ist, positive Begleiterscheinungen für Irland gibt", sagte Rabbitte dem Fernsehsender RTE. Er strebe einen Ansatz für eine Neuverhandlung der Rettungshilfen für sein hoch verschuldetes Land mit Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds (IWF) an.
Irland hofft von einer Umschuldung Griechenlands zu profitieren
Der Energieminister setzt auf Zugeständnisse. "Ganz offen gesagt müssen die Zinsen für Irland reduziert und meiner Meinung nach auch die Verbindlichkeiten neu verhandelt werden." Irland hat Hilfszusagen von der Europäischen Union und IWF im Volumen von 85 Mrd. Euro erhalten.
Die Diskussion um die Zukunft Griechenlands könnte zu einem neuen Rettungsplan für das hoch verschuldete Land führen. Dieser könnte eine zeitliche Streckung der Defizitabbauziele enthalten. Darüber hinaus könnten die Bedingungen für den 80-Mrd.-Euro-Anteil der EU am Notkredit für Athen gelockert werden. So könnten die Laufzeiten der Darlehen, die bereits von drei auf gut sieben Jahre ausgedehnt wurden, verlängert werden. Außerdem wäre es möglich, dass die Kreditzinsen weiter sinken. Diskutiert wird zudem, dass Griechenland für neue Darlehen zusätzliche Sicherheiten hinterlegt. Das dürfte den politischen Widerstand mindern, der nach dem Wahlerfolg der Anti-Euro-Partei Wahre Finnen in Finnland erwartet wird. Auch in Deutschland dürften weitere Griechen-Hilfen auf Kritik stoßen.
Der irische Notenbankchef Patrick Honohan sagte erneut, dass Irland über seine wachsenden Schulden mit den europäischen Partner diskutieren müsse. Der IWF geht davon aus, dass der Schuldenstand Irlands 2013 mit 125 Prozent des Bruttoinlandsproduktes den höchsten Stand erreichen wird. "Wir müssen über neue Absprachen zur Verteilung des Risikos nachdenken, die sicherstellen, dass das Wachstum ins Lot kommt", sagte der Notenbankchef im Sender RTE.
Bei einem Treffen in Luxemburg hatte der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou mit seinen Kollegen aus Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, sowie Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und EU-Währungskommissar Olli Rehn über die Probleme seines Landes beraten.
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