Angebliche Sexattacke: Tristane Banon verklagt Dominique Strauss-Kahn
Banon hatte den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung bereits 2007 geäußert. Strauss-Kahn soll die heute 32-Jährige nach einem Interview zu Boden und sich auf sie geworfen haben. Auf eine Klage verzichtete sie demnach auf Drängen ihrer Mutter, einer sozialistischen Regionalabgeordneten. Um Aussicht auf Erfolg zu haben, müssen Banons Anwälte den Vorgang als Vergewaltigung werten. Sexuelle Nötigung wäre bereits verjährt. Die Chancen der Klägerin sind zwar gering, da Aussage gegen Aussage steht. Für mögliche Ambitionen Strauss-Kahns ist die Klage allein aber ein heftiger Dämpfer. Über seine Pariser Anwälte kündigte er an, Banon wegen verleumderischer Beschuldigung zu verklagen. Der Angriff, der im Februar 2003 stattgefunden haben soll, sei "eingebildet", erklärten sie.
Auch ohne die neue Klage wären die Aussichten auf ein Comeback Strauss-Kahns im Wettbewerb ums höchste Staatsamt gering. "Das ist die Möglichkeit, die am wenigsten wahrscheinlich ist", sagte der Parteisprecher der Sozialisten am Montag. Der Abgeordnete Jean-Christophe Cambadélis, der lange als politisches Sprachrohr Strauss-Kahns in Paris fungiert hatte, sagte nach einem Telefonat mit ihm, er habe ihn nicht gebeten, sich dafür einzusetzen, dass die Kandidaturen für die Kandidatenvorwahl offengehalten werden. Zuvor hatten Vertraute Strauss-Kahns gesagt, er habe jetzt keine Präsidentschaftskandidatur im Sinn, sondern allein seine Rehabilitierung.