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  18.07.2010, 10:00    

Politik und Finanzmarkt: Politik des größten gemeinsamen Fehlers

Kommentar Die EU macht in der Schuldenkrise fast alles falsch. Doch noch gibt es ausreichend ökonomischen Spielraum, um umzusteuern. von Mario Blejer und Eduardo Levy Yeyati
Mario Blejer war Gouverneur der Zentralbank von Argentinien. Eduardo Levy Yeyati ist Gastprofessor an der Barcelona Graduate School of Economics.
Die Länder in der sogenannten Peripherie des Euro-Gebiets (Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und vielleicht noch andere) haben große Aufgaben vor sich: Sie müssen mehrere schmerzhafte Anpassungen vornehmen, die häufig separat diskutiert werden, eigentlich aber gemeinsam gelöst werden müssen. Denn um diese Volkswirtschaften wieder auf die Beine zu bringen, sind drei unterschiedliche Arten von Anpassung notwendig: zwischen der Euro-Zone und der Welt, zwischen der Peripherie und dem Kern des Euro-Gebiets und zwischen Schulden und Einnahmen in den hoch verschuldeten Ländern, insbesondere Griechenland.
Die Lösungen sind im Einzelfall ebenso eindeutig, wie ihre Umsetzung komplex ist. Erstens: Um den Druck auf die Peripherieländer (zumindest teilweise) zu lindern, muss das Euro-Gebiet einen Teil der erforderlichen Anpassungen durch eine beträchtliche Abwertung des Euro exportieren, was bereits geschieht. Das ist die Anpassung zwischen dem Euro-Gebiet und der Welt.
Zweitens: Um wieder wettbewerbsfähig zu werden, muss zwischen der Peripherie und dem Kern des Euro-Gebiets das Inflationsgefälle verringert werden. In Ländern wie Griechenland und Spanien erreichte dieses Gefälle nach Einführung des Euro etwa 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).
Und drittens: Die Anpassung zwischen Schulden und Einnahmen kann durch eine höhere Gesamtinflation im Euro-Gebiet vorangetrieben werden. Doch wird immer klarer, dass zumindest in einigen notleidenden Ländern (vor allem Griechenland) ein geordnetes Verfahren zur Umschuldung erforderlich ist, um die Schuldenlast an die Zahlungskapazitäten anzupassen.
Bislang haben Europas politische Entscheidungsträger beschlossen, an allen Fronten genau das Gegenteil zu tun. Sie haben versucht, den Euro mit Worten in die Höhe zu treiben, obwohl die Devisenmärkte dies als politische Rhetorik abgetan haben und den Euro derzeit rasch seinem Gleichgewicht näher bringen.
Ebenso hat die Europäische Union versucht, den Verdacht auszuräumen, dass Griechenland und andere Länder möglicherweise doch noch ihre Staatsanleihen umschulden müssen, indem sie einen recht großen Stabilisierungsfonds eingerichtet hat (und diesem ein noch nicht vorhandenes IWF-Engagement in Höhe von 250 Mrd. Euro hinzufügt).

Teil 2: Kreditgeber wissen: Das reicht nicht

  • 18.07.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland
Kommentare
  • 20.07.2010 17:21:48 Uhr   Arno Raabe: K.H.Andresen vom 20.7.2010

    Ich kann den Kommentar des Karl-Heinz Andresen vom 20.7.2010 nur
    beipflichten.

  • 20.07.2010 16:56:08 Uhr   Karl-Heinz Andresen: @focus, eben deswegen:
  • 20.07.2010 15:40:11 Uhr   focus: @Andresen
  • 19.07.2010 18:04:43 Uhr   Karl-Heinz Andresen: In der Tat EU-Teilung oder Umschuldung oder b...
  • 19.07.2010 10:47:01 Uhr   Nicisling: Petitessen
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