Für Giorgos Papandreou sind das schlechte Nachrichten. Der Ministerpräsident hofft darauf, dass die Griechen Einsicht zeigen und in dem am Montag angekündigten Referendum für die Einsparungen stimmen, um im Gegenzug die Hilfspakete der europäischen Partner zu bekommen. Fällt der Plan durch, wäre nicht nur der Ministerpräsident politisch erledigt - dann steht auch Griechenlands Euro-Mitgliedschaft infrage.
Die Ursachen der Misere ortet Halbiatsiotis jedoch nicht bei Papandreou. "Das Hauptproblem ist nicht das Geld, sondern die Politik der letzten 20 Jahre." Zu lange seien Richtlinien nicht umgesetzt worden, dafür müsse das Land jetzt zahlen.
Zum Beispiel Aim Fotinakis. Der 46 Jahre alte Fischer ging nie zur Schule und hat vom Referendum noch gar nichts gehört. Doch dass etwas im Argen liegt, weiß er auch so. Jahrelang hätten die Fischer EU-Vorgaben ignoriert, wie etwa das Verbot engmaschiger Netze. Doch die Kontrolleure hätten weggesehen oder sich mit einer Tüte frischem Fisch bestechen lassen. Nun sei das Meer leer und damit die Existenzgrundlage der Fischer weg.
Das Problem der Fischer ist ein Problem des ganzen Landes: Die Griechen zahlen bei sinkenden Gehältern immer höhere Steuern und immer höhere Preise. Bei Panos Gelafas kostet ein Liter Milch 1,80 Euro, ein Stück Butter 2,60 Euro. Dem 40-Jährigen gehören zwei Supermärkte in Koroni, und nach seinen Beobachtungen hat sich in den vergangenen Monaten einiges verändert: "Die Einheimischen kaufen inzwischen so ein wie die Touristen: nur eine Zitrone, nur eine Gurke - immer nur das, was sie gerade brauchen."