Bisher hatte es geheißen, Griechenland müsse das Geld im November bekommen. Andernfalls sei es bankrott. Aus Regierungskreisen verlautete, die Griechen hätten "aktuell" mitgeteilt, dass ihr Geld bis Mitte Dezember reiche. Tatsächlich muss die Regierung in Athen im November keine Zahlungen für Bonds leisten. Im Dezember werden dagegen 8,1 Mrd. Euro fällig.
Der Euro-Gipfel hatte die Überweisung der sechsten Tranche in der vergangenen Woche freigegeben. Das Geld sollte eigentlich schon im Oktober ausgezahlt werden. Das war jedoch verschoben worden, als bekannt wurde, dass die Griechen weniger sparen als gefordert. Schon damals irritierte die Athener Regierung mit der Aussage, über Reserven bis maximal Ende November zu verfügen.
Am Tag nach der Entscheidung für ein Referendum über die Finanzhilfe wurde die Verärgerung der Euro-Partner mit Griechenland deutlich. Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy zitierten Premierminister Giorgos Papandreou nach Cannes, wo dieser sich erklären solle. Merkel sagte, das mit Athen vereinbarte Programm müsse umgesetzt werden. "Das Notwendige wird heute mit Griechenland zu besprechen sein."
An dem Treffen an der Mittelmeerküste sollten neben Merkel und Sarkozy auch die EU-Spitzen Jose Manuel Barroso, Herman Van Rompuy und Jean-Claude Juncker sowie die Präsidentin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, teilnehmen. Der neue EZB-Chef Mario Draghi ist nicht dabei. Am Donnerstag beginnt in Cannes der Gipfel der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20).