Teil 2: Natürlich birgt eine Kreditvergabe Risiken
Es ist schwer zu glauben, dass Gustav Horn Volkswirtschaft studiert haben soll. Natürlich hat Prof. Sinn recht. Der Bäcker verkauft ein Brötchen. Das aus diesem Geschäft resultierende Einkommen verleiht er dem Käufer des Brötchens. Der Kunde kann den Kredit nur zurückzahlen, wenn er selbst etwas verkauft und aus dem Erlös die Schulden bezahlt. Genau hierin liegt das Problem vieler Südländer. Sie haben ihre Wettbewerbsfähigkeit verloren, weil sie zu teuer geworden sind. Sie können ihre Importe nicht mehr durch ihre Exporte bezahlen, sondern müssen Kapital importieren. Aufgrund der Eigenkapitalverluste vieler Banken, waren diese zum Deleveraging gezwungen. Das bedeutet, sie mußten Ihre Ausleihungen im Verhältnis zum geschrumpften Eigenkapital verringern. Natürlich entsteht durch die Gewährung von Kredit sogenanntes Giralgeld (Giralgedschöpfung). Der Kredit wird zum Kauf von Gütern verwendet und so können beim Verkäufer wieder neue Ersparnisse gebildet werden. Werden diese Ersparnisse weiter verliehen, entsteht wieder Giralgeld. Reichen die Ersparnisse nicht aus, können sich die Banken natürlich bei der Zentralbank refinanzieren. Das alles bedeutet aber nicht, dass die Menge an verfügbarem Kredit nicht begrenzt ist. Die Bank kann entscheiden an wen sie die Kredite vergeben will. An den deutschen Häuslebauer, an ein deutsches Unternehmen, welches ein neues Firmengebäude bauen möchte, an den griechischen Staat oder eine spanische Immobiliengesellschaft. Die deutschen Kreditkunden konkurrieren also durchaus mit potenziellen Kreditkunden aus dem Ausland. Mit freundlichem Gruß Noel König