FTD.de » Politik » Europa » Eine Musikerin von Pussy Riot kommt frei
Merken   Drucken   10.10.2012, 13:06 Schriftgröße: AAA

Russland: Eine Musikerin von Pussy Riot kommt frei

Ein russisches Berufungsgericht erlässt einer Musikerin der Punkbank Pussy Riot die Haftstrafe. Die zwei anderen Frauen sollen für zwei Jahre ins Straflager. Vor allem im Ausland wurde das Urteil als überzogen kritisiert.

Eine raus, zwei rein: Im weltweit bekannt gewordenen Fall Pussy Riot ist nur bei einer der drei Frauen der russischen Punkband die Haft in eine Bewährungsstrafe umgewandelt worden. Das gab ein Berufungsgericht in Moskau am Mittwoch bekannt. Die 30 Jahre alte Jekaterina Samuzewitsch kam unter Applaus auf freien Fuß. Dagegen müssen die beiden anderen Aktivistinnen, Nadeschda Tolokonnikowa (22) und Maria Aljochina (24), für zwei Jahre ins Straflager, wie Richterin Larissa Poljakowa am Moskauer Stadtgericht mitteilte. Die beiden sind Mütter von Kleinkindern. Die drei Frauen waren im August wegen einer Protestaktion gegen Wladimir Putin in einer Kirche verurteilt worden.

Die seit März inhaftierten Frauen bekräftigten in ihrem Berufungsverfahren ihre Kritik am Kremlchef. "Wir sind bisher gegen Putin aufgetreten und tun dies jetzt", sagte Samuzewitsch. Sie forderte zuvor eine Aufhebung der in erster Instanz verhängten Strafe von jeweils zwei Jahren Lagerhaft.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die Musikerinnen als politische Gefangene anerkannt. Die russische Gesellschaft ist bei allgemeiner Ablehnung politischer Proteste in Kirchen Umfragen zufolge tief gespalten in Gegner und Befürworter einer harten Strafe. Das Staatsfernsehen stellt die Aktivistinnen, von denen zwei Mütter kleiner Kinder sind, seit Monaten als Schwerverbrecherinnen dar.

Menschenrechtler sprechen von einer Hexenjagd wie im Mittelalter. Die Frauen entschuldigten sich auch am Mittwoch noch einmal bei den Gläubigen, deren Gefühle sie verletzt haben. Sie betonten, dass sich ihre Aktion nicht gegen russisch-orthodoxe Christen gerichtet habe. Eine Buße, wie die Kirche sie verlangt, lehnten sie jedoch ab.

  • FTD.de, 10.10.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Immobilien-Kompass
Immobilien-Kompass Deutschlands beste Wohnlagen

Preise, Mieten und Prognosen für Deutschlands Metropolen und Regionen mit detaillierten Übersichtskarten

Jetzt eigene Wohnlage prüfen

 
Anstatt FTD.de lese ich künftig ... Zum Ergebnis
Alle Umfragen
In eigener Sache
  • An Kiosks in der ganzen Republik hieß es am letzten Erscheinungstag der FTD: Zeitung vergriffen! Der Hype um die Schlussausgabe trieb merkwürdige Blüten. Der Verlag druckte 30.000 Exemplare nach. Wer keines abbekam - bestellen ist möglich. mehr

  •  
  • blättern
Zwischen Leben und Arbeiten
Work-Life-Balance

Die FTD hat zusammen mit dem GfK Verein die umfassendste bundesweite Studie zum Thema Work-Life-Balance veröffentlicht. Die Ergebnisse und mehr zum Thema finden Sie hier. Die Studie können Sie hier kaufen. mehr

Folgen Sie der FTD auf Twitter
Werden Sie Fan der FTD auf Facebook
  • Sie waren ein Herzstück der Zeitung und pointiert, scharf, teils brillant: Ihre Kolumnen, Leitartikel und Kommentare haben die FTD entscheidend geprägt. Zum letzten Mal: Unsere Kolumnisten sagen, was Sache ist. mehr

  •  
  • blättern
© 1999 - 2013 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Impressum | Datenschutz | Nutzungsbasierte Online Werbung | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

Geldanlage | Altersvorsorge | Versicherung | Steuern | Arbeitsmarkt | Energiewende | Ökostrom | Auto | Quiz | IQ-Test | Allgemeinwissen | Solitär | Markensammler