Der britische Premierminister malt die Zukunft der Gemeinschaftswährung in düsteren Farben. Cameron warnt vor einer wirtschaftlichen Katastrophe. Verhindern können das aus seiner Sicht nur Berlin und Paris.
Ohne entschlossene Gegenmaßnahmen könnte die Euro-Zone nach den Worten des britischen Premierministers David Cameron in wenigen Wochen eine wirtschaftliche Katastrophe erleben. In der "Financial Times" vom Montag appelliert Cameron vor allem an Deutschland und Frankreich, ihre Meinungsverschiedenheiten zu begraben und kollektive Verantwortung zu übernehmen, indem sie entschlossene Maßnahmen ergreifen und die Ungewissheit beenden.
Entweder werde dafür gesorgt, dass die Euro-Zone richtig funktioniere oder sie könnte scheitern. "Die Lage der Weltwirtschaft ist sehr prekär", sagte Cameron. Er forderte die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone auf, sich der Krise mit einer "großen Bazooka" zu nähern, da nur noch wenigen Wochen blieben, um sie zu lösen. Cameron wiederholte seinen Appell, die Feuerkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF auszuweiten.
Die Euro-Schuldenkrise reißt auch bei den Briten selbst eine alte Wunde auf: Seit Jahrzehnten sind sie sich unsicher, welche Rolle sie im zusammenwachsenden Europa spielen wollen. Aus pragmatischen Erwägungen ist ihnen dabei durchaus bewusst, wie sehr sie von Europa profitieren - auch wenn sogar Regierungsmitglieder immer wieder öffentlich über einen Austritt aus dem Staatenverbund spekulieren. Andererseits sehen sie in der derzeitigen Währungskrise einen Beleg für ihre lang verfochtene These, dass die europäische Integration nicht fortgesetzt werden sollte.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy kündigten am Sonntag an, beide Länder würden bis Ende des Monats ein Gesamtpaket zur Lösung der Euro-Schuldenkrise vorlegen. Das Paket solle Vorschläge zur Stabilisierung der Währungsunion, zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und zur internationalen Finanzmarktregulierung beinhalten. Zudem soll es Empfehlungen zur Stützung von Banken umfassen, die in den Sog der Schuldenkrise zu geraten drohen.
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