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Merken   Drucken   31.01.2012, 21:26 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Banken sollen für Griechenland nachlegen

Die Euro-Staaten fordern größere Verluste für private Gläubiger. Aus Troika-Kreisen heißt es, man wolle das Angebot des Bankenverbands weiter drücken. Die Verhandlungen sollen bis Ende der Woche abgeschlossen sein. von Peter Ehrlich  Brüssel
Banken, Versicherungen und Fonds sollen bei der Umschuldung griechischer Staatsanleihen einen noch höheren Verlust hinnehmen als bislang zugesagt. Man müsse das Angebot des Bankenverbands IIF "weiter drücken", erfuhr die FTD aus Kreisen der Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB).
Schlussrunde im Poker
Damit hat die letzte Runde im Poker um die Privatsektorbeteiligung und das zweite Hilfspaket für Griechenland begonnen. Die Regierungschefs der Euro-Zone beauftragten am Montagabend ihre Finanzminister, die Verhandlungen bis Ende der Woche abzuschließen. Dann kann der Zeitplan eingehalten werden, um eine Pleite des Landes abzuwenden. Am 20. März werden Griechen-Anleihen mit einem Nominalwert von 14 Mrd. Euro fällig.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte nach dem EU-Gipfel vom Montag, sie erwarte "mehr Aktion von der griechischen Regierung und mehr Beteiligung der privaten Gläubiger". Das IIF und die Regierung in Athen hatten zuvor vereinbart, die Zinsen für die neuen, lang laufenden Anleihen zu senken, die nach dem geplanten Schuldenschnitt ausgegeben werden sollen.
Damit wurde die Forderung der Euro-Finanzminister erfüllt, die Zinsen über die 30-jährige Laufzeit auf durchschnittlich unter vier und bis 2020 auf unter 3,5 Prozent zu senken. Dies entspricht Medienberichten zufolge einer Nettoabschreibung von fast 70 Prozent. Als das IIF im Juli erstmals die Privatsektorbeteiligung zusagte, ging es um 21 Prozent. Bewegt sich der Zins in Richtung der deutschen Forderung von drei Prozent Zinsen, könnten es 75 Prozent werden.
Buhlen um die EZB
EU und IWF verlangen, dass Athen die Schulden langfristig schultern kann. Deswegen sollen die Griechen in diesem Jahr zusätzliche 2 Mrd. Euro einsparen. Zudem müsse die Regierung bis 2015 insgesamt 150.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen sowie noch nicht umgesetzte Zusagen aus dem noch laufenden ersten Hilfsprogramm erfüllen. Außerdem will die Troika sicherstellen, dass die neuen Hilfen effektiver eingesetzt werden.
Diskutiert wird auch, die Zinsen für die geplanten Kredite des Rettungsfonds EFSF so weit zu reduzieren, dass der Fonds gerade seine Kosten deckt. In EU-Kreisen und beim IWF hofft man zudem, dass die EZB zusagt, auf mögliche Gewinne aus Griechenland-Anleihen in ihrem Besitz zu verzichten. Dabei geht es um gut 10 Mrd. Euro.
  • Aus der FTD vom 01.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
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