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Merken   Drucken   01.06.2012, 10:00 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Bankenbrand sofort löschen

Das Bild ist nicht sehr geistreich, aber passend: Die Spanier wollen den Brand in ihrer Wohnung unbedingt selbst löschen, schaffen es aber nicht - dabei greift er auf das ganze Haus über. Da hilft nur eines: Die Brandherde müssen gemeinsam bekämpft ewrden.
© Bild: 2012 DPA-Bildfunk/ Arne Dedert
Leitartikel Das Bild ist nicht sehr geistreich, aber passend: Die Spanier wollen den Brand in ihrer Wohnung unbedingt selbst löschen, schaffen es aber nicht - dabei greift er auf das ganze Haus über. Da hilft nur eines: Die Brandherde müssen gemeinsam bekämpft ewrden.

Das brennende Haus ist ein arg strapaziertes Bild, wenn es um die Schuldenkrise geht. Doch es macht eben ziemlich deutlich, was in der Euro-Zone falsch läuft. Da versuchen zum Beispiel die stolzen Spanier händeringend, den Brand in ihrer Wohnung zu löschen und ihren Bankensektor aus eigener Kraft zu retten. Das überfordert langsam, aber sicher die eigenen Löschfähigkeiten. Und führt eher dazu, dass der Brand noch größer wird. Ein Fakt, der wiederum die anderen Hausbewohner in der Euro -Zone unruhig macht.

Die hätten gern, dass die Spanier bald mal die gemeinsame Löscheinrichtung nutzen. Aber die wollen eben partout nicht, denn die Löscheinrichtung, vulgo: europäischer Rettungsschirm, hat ihre Tücken. Europäisches Rettungsgeld bringt Souveränitätsverluste, das zeigen die Beispiele der prekären Nachbarn, bei denen es schon gebrannt hat. Soll aber deshalb das ganze Haus in Flammen aufgehen?

Warum also nicht die Brandherde gemeinsam direkt bekämpfen? Warum die hauseigene Löscheinrichtung nicht direkt für die am meisten feuergefährdeten Stellen im Haus verwenden - für die Banken? Es wäre auf jeden Fall eine schnellere und effektivere Brandbekämpfung möglich, wenn der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) notleidenden Banken direkt helfen könnte, statt über einen Umweg - die Regierungen der jeweiligen Heimatländer - gehen zu müssen.

Außerdem würde es die verhängnisvolle gegenseitige Abhängigkeit von Staaten und ihren nationalen Banken im Krisenfall reduzieren. Genauso sinnvoll wäre es deshalb, auch die Bankenunion zu verwirklichen und eine europaweite Einlagensicherung und Aufsicht aufzubauen.

Klar ist aber auch, dass die ESM-Direkthilfen an Banken - wenn man sich denn überhaupt noch zu einer Vertragsänderung durchringen kann - kein Allheilmittel wären. Und dass auch die Kritiker der Direkthilfen einen Punkt haben, den es zu berücksichtigen gilt, wenn es zu einer Neuverhandlung kommt: Für die Vergemeinschaftung von Risiken können an Regierungen in der Regel immer noch leichter Bedingungen gestellt werden als an Banken. Denn wer gemeinsame Löscheinrichtungen mitfinanziert, würde gern auch sichergehen, dass in den gerade gelöschten Zimmern nicht gleich wieder gezündelt wird.

  • Aus der FTD vom 01.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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Kommentare
  • 04.06.2012 22:55:58 Uhr   Andy: ESM grüßt...

    Haben Sie schon mal den ESM-Vertrag gelesen? Die ca. 50 Seiten sind sehr interessant. Wenn Sie dies tun, wissen Sie welchen Zweck alles hat. Warum man die Bankenlobby nicht in den Griff bekommt bzw. bekommen will. Dann finden Sie auch heraus, warum Finanzhilfen den hoch verschuldeten Ländern nicht helfen bzw. sie noch mehr verschulden.

    Wir beschäftigen uns seit 6 Jahren mit den Themen. Hinterfragen Sie, statt einfach zu urteilen. Nehmen sie mal die ganzen Aussagen der Mainstream-Medien auseinander, dann kommt man langsam dahinter, dass man an vielen Stellen belogen wird und dann ... wird man langsam wach.

  • 04.06.2012 08:04:30 Uhr   Jon Doe: @Stiller
  • 03.06.2012 11:58:56 Uhr   Heinz Stiller: nurmalso Beate
  • 02.06.2012 20:35:55 Uhr   Testophant: @Susi (01.06.2012 19:06:26 Uhr)
  • 01.06.2012 22:45:11 Uhr   RedCorsar: Griechenland grüßt...
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