Mit einem Minus von insgesamt 40 Prozent griff HSBC dem Bericht zufolge am energischsten durch: Sie drehte für griechische Banken den Geldhahn ganz zu und senkte das Kreditvolumen im Geschäft mit Spanien und Irland um zwei Drittel. Von keiner der vier britischen Banken war zunächst eine Stellungnahme zu bekommen.
Die wachsenden Schuldenprobleme machen es den Instituten der Euro-Zone immer schwerer, sich selbst frisches Geld zu beschaffen. Die Schuldenkrise stehen auch im Mittelpunkt der Gespräche des britischen Premierministers David Cameron mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin. Großbritannien gehört zwar nicht der Euro-Zone an, befürchtet bei einer weiteren Verschärfung der Krise aber Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft und vor allem auf die Banken.
Bank of England wappnet sich für Krise
Die britische Notenbank bereitet sich bereits auf diesen Fall vor. Seit Anfang Oktober kauft die Bank of England verstärkt Staatsanleihen, um die Zinsen zu drücken; das Limit für solche Käufe erhöhte sie um 75 Mrd. Pfund auf 275 Mrd. Pfund.
Die Renditen auf Staatsanleihen sind seit Jahresanfang um 1,5 Prozentpunkte gesunken und lagen am Dienstag bei 2,3 Prozent. Das sei vor allem die Folge der Aufkaufpolitik der Notenbank", sagte Antje Praefcke, Analystin der Commerzbank. "Die Investoren wissen, dass die britische Notenbank im Ernstfall bereit steht, um einen Anstieg der Zinsen zu verhindern."
Die Briten setzen damit das um, was in der Euro-Zone und vor allem in Deutschland stark umstritten ist: der Kauf von Staatsanleihen durch die Notenbank.
Wie weit die Sparpolitik der Regierung Camerons für die niedrigen Zinsen verantwortlich ist, ist umstritten. Cameron lobt sich zwar immer wieder selbst. Seine Politik ist jedoch in den vergangenen Wochen zunehmend in die Kritik geraten. Inzwischen scheinen die Wachstumsprognosen nicht mehr zu halten - daraus folgen höhere Neuschulden.