Merkel sprach sich später jedoch für den Erhalt der Euro-Zone ohne Wenn und Aber aus. Deutschland habe seit Monaten nur ein einziges Ziel, "den Euro-Raum, so wie er jetzt ist, zu stabilisieren", sagte die Regierungschefin. Sie sei zuversichtlich, dass dies gelinge. Ausdrücklich sagte Merkel, dass die Europäische Union der 27 Staaten der Rahmen sei, in dem Deutschland agieren wolle. "Wir haben einen Binnenmarkt, einen Lissabon-Vertrag, und so wollen wir auch in Zukunft zusammenarbeiten", sagte sie zu Gerüchten und Ängsten, dass sich die Euro-Zone mit seinen 17 Mitgliedern von dem Rest der EU abspalten könnte.
Im Interview mit Capital wandte sich Brüderle ausdrücklich gegen Überlegungen, die Goldreserven der Bundesbank für eine Erweiterung des Rettungsschirmes einzusetzen. "Die deutschen Goldreserven müssen unangetastet bleiben", sagte der FDP-Fraktionschef. "Dieses Sicherheitspolster haben wir uns über Jahrzehnte aufgebaut und unseren Goldschatz werden wir nicht versilbern."
Dem Initiator des Mitgliederentscheids gegen den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM, dem FDP-Abgeordneten Frank Schäffler, warf Brüderle vor, keine Alternative zum Rettungsschirm anzubieten. Schäfflers Position laufe auf die Haltung hinaus: "Lasst die Banken kaputtgehen, wir garantieren für die Spareinlagen. Das käme einem Super-Rettungsschirm gleich, der uns viele Billionen kosten würde. Wer soll das bezahlen?" Der Mitgliederentscheid habe für das Abstimmungsverhalten der FDP-Abgeordneten ohnehin keine bindende Wirkung, sagte Brüderle: "Jeder Abgeordnete entscheidet frei nach seinem Gewissen. Es gibt kein imperatives Mandat."