Ein Durchbruch bei den Verhandlungen über Griechenlands Schuldenschnitt ist in greifbarer Nähe. "Wir sind dabei, den Vertrag abzuschließen - vielleicht nicht heute, aber am Wochenende", sagte EU-Währungskommissar Rehn am Freitag beim Weltwirtschaftsforum. "Ich hoffe sehr, dass das noch im Januar sein wird und nicht erst im Februar."
Es wäre ein hoffnungsvolles Signal für die Staats- und Regierungschefs, wenn die Regierung in Athen und die privaten Gläubiger bis Montag tatsächlich zu einer Einigung kommen sollten. Gelöst ist das Problem damit aber nicht. Rehn und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker gehen davon aus, dass Athen mehr Geld benötige. Von 12 bis 15 Mrd. Euro ist die Rede, die von den Euro-Staaten aufgebracht werden müssten.
Die Bundesregierung will sich in Brüssel eigentlich nicht mit der griechischen Geldnot herumschlagen. Ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone im Anschluss an den EU-Gipfel ist jedoch möglich. Wenn Griechenland zum 20. März seine fälligen Anleihen nicht zurückzahlen kann, ist es pleite.
In Athen gingen am Freitag die Verhandlungen der Regierung mit dem Internationalen Bankenverband IIF weiter, nachdem es am Vortag Annäherungen im Ringen um einen neuen Zinssatz für Anleihen gegeben hatte. IIF-Chefunterhändler Charles Dallara sei von der Forderung "nicht weniger als vier Prozent Zinsen" nun auf 3,7 bis 3,8 Prozent zurückgegangen sein, hieß es aus Bankkreisen in Athen. Die Zinsen sollten aber steigen, wenn die griechische Wirtschaft wieder wachse.