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Merken   Drucken   30.11.2011, 09:05 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Der Hebel zur Euro-Rettung klemmt

Der Fonds zur Sicherung der Gemeinschaftswährung wird eine geringere Feuerkraft haben als geplant. Europa braucht internationale Unterstützung - und richtet einen Hilferuf an den IWF.
© Bild: 2011 dapd
Der Fonds zur Sicherung der Gemeinschaftswährung wird eine geringere Feuerkraft haben als geplant. Europa braucht internationale Unterstützung - und richtet einen Hilferuf an den IWF.
Die Euro-Länder setzen auf den Internationalen Währungsfonds (IWF), um ihre Krisenabwehr zu verstärken. Es werde rasch geprüft, die Mittel des Fonds über bilaterale Kredite der Mitgliedsländer oder über neue Sonderziehungsrechte zu erhöhen, teilten Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker und EU-Währungskommissar Olli Rehn nach der Sitzung der Euro-Gruppe am Dienstagabend in Brüssel mit. Welche Länder den IWF stärker ausstatten sollen, blieb offen.
Sollen Gold- und Währungsreserven zur Euro-Rettung eingesetzt werden?

 

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Seit die Krise mit Italien die drittgrößte, hoch verschuldete Volkswirtschaft erfasst hat, ist klar, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF zur Abwehr nicht mehr ausreicht. Die Regierung in Rom hat beim IWF bereits erste Gespräche über ein 400-Mrd.-Kreditpaket geführt. Das sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.
Die höhere Finanzkraft des IWF sei notwendig, damit dieser dem Euro-Rettungsfonds EFSF weiter zur Seite stehen könne. Dieser bekommt nach einem Beschluss der Euro-Länder die Möglichkeit, über zwei Anreizinstrumente seine verfügbaren Kredite um Gelder privater Investoren aufzustocken.
EFSF-Chef Klaus Regling sagte, es gebe weltweit großes Interesse potenzieller Geldgeber. Doch um wie viel die Kredite des EFSF letztlich vermehrt werden könnten, sei nicht genau vorhersehbar. Dies hänge von konkreten Programmen zur Unterstützung von Euro-Ländern und den Marktbedingungen ab. "Die Hebelwirkung ist ein Prozess über längere Zeit", sagte er.
Die Euro-Länder streben an, die noch verfügbaren rund 250 Mrd. Euro um den Faktor vier oder fünf mit privaten Geldern auf eine Summe über 1000 Mrd. Euro zu erhöhen. Angesichts der Eskalation der Schuldenkrise rechnen sie derzeit aber nicht damit, das Ziel zu erreichen. Der Finanzminister der Niederlande, Jan Kees de Jager, und Luxemburgs Kassenwart Luc Frieden räumten ein, dass stattdessen nur mit einem Hebel von zwei bis drei zu rechnen sei. Der IWF ist mit einem Drittel an den bisherigen Rettungsprogrammen für Griechenland, Irland und Portugal beteiligt. Rehn und Juncker ließen offen, wie hoch die Beteiligung des Fonds nach dem Willen der Euro-Länder künftig sein soll. Doch die verfügbaren Mittel des IWF für Hilfsaktionen weltweit ist mit rund 286 Mrd. Euro kaum höher als die Finanzkraft des EFSF.
Ein EU-Diplomat sagte, die IWF-Mittel würden über die nationalen Notenbanken bereitgestellt, was letztlich nichts anderes als Gelddrucken sei. "Wenn Italien in Schwierigkeiten kommt, könnten die Euro-Länder die Mittel des IWF erhöhen, und sie können das über die nationalen Notenbanken tun, die schlichtweg Geld drucken würden", sagte er.

Teil 2: Griechenland erhält frische Milliarden

  • Reuters, 30.11.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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