Axel Weber
Indem sie die Regierung in Lissabon unter Druck setzen, wollen die Europäer Spanien vor einer Rettungsaktion bewahren: "Wenn Portugal den Schirm nutzen würde, wäre das für Spanien gut, weil das Land in Portugal stark engagiert ist", hieß es im Bundesfinanzministerium.
Die portugiesische Regierung stemmt sich aber bislang dagegen, einen Hilfsantrag zu stellen. Das Parlament in Lissabon stimmt am Freitag über einen Sparhaushalt für 2011 ab, mit dem das Haushaltsdefizit im nächsten Jahr auf 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts vermindert werden soll. Für dieses Jahr erwartet die Regierung eine Neuverschuldung von 7,3 Prozent.
Angesichts der Sorgen um Portugal und Spanien hatte Bundesbankpräsident
Axel Weber die Möglichkeit einer Aufstockung der EU-Rettungsschirme ins Gespräch gebracht. Falls auch Spanien auf Hilfe angewiesen sei, könnten im schlimmsten Fall 145 Mrd. Euro zusätzlich nötig sein, sagte er am Donnerstag. Bislag umfasst der Rettungsschirm 750 Mrd. Euro. Die EU sagte insgesamt 500 Mrd., der Internationale Währungsfonds (IWF) 250 Mrd. Euro zu. Zuzüglich der Staatsanleihenkäufe der EZB beläuft sich die Unterstützung nach Darstellung Webers auf 925 Mrd. Euro, im schlimmsten Fall wären aber 1070 Mrd. nötig.