Der Satz versursacht sehr wohl Schmerzen in den Ohren all jener EU-Spitzenpolitiker, die die Europäische Zentralbank (EZB) dazu zwingen wollen, die geldpolitische Bazooka rauszuholen und mit unbegrenzter Feuerkraft Staatsanleihen der Euro-Krisenländer aufzukaufen in der Hoffnung, die Renditen nachhaltig auf einem Niveau zu halten, das neue und immer neue Schulden ermöglicht. Es ist eine Kampfansage an all jene Euro-Länder, die das Desaster "durch Gelddrucken" - wie es die Kanzlerin und ihre Mitstreiter nennen - lösen wollen.
Das Wort Frankreich oder gar den Namen ihres Pariser Dauerrivalen Nicolas Sarkozy nimmt sie dabei nicht in den Mund. Trotzdem weiß jeder, dass sie das Nachbarland und seinen Regierungschef meint, wenn sie so etwas sagt. Denn es ist vor allem das um sein "AAA" und seine Banken zitternde Frankreich, das die EZB zur entscheidenden Instanz der Euro-Rettung machen möchte.
Paris will den Schutzschild der Gemeinschaftswährung, den Rettungschirm EFSF, zur Bank umfunktionieren, damit sich der Fonds über die EZB unbegrenzt mit Geld versorgen kann. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann unterstreicht: "Dass die bisherigen Versuche, die Krise zu lösen, nicht erfolgreich waren, rechtfertigt nicht, das Mandat der Zentralbank zu überdehnen und sie für die Lösung der Krise verantwortlich zu machen."