EZB-Präsident Mario Draghi
Mit seiner Aussage dämpft er die Hoffnungen der Optimisten an den Finanzmärkten. Sie setzen darauf, dass die Banken das EZB-Geld ab Mittwoch direkt in Staatsanleihen investieren und so helfen, die Euro-Krise abzuschwächen. Übermorgen stellt die EZB den Banken erstmals für drei Jahre Geld in unbegrenzter Menge und zum Niedrigzins von 1,0 Prozent zur Verfügung. Sie tut das, weil das Misstrauen der Banken untereinander derart groß ist, dass sie sich gegenseitig kaum noch Geld leihen.
Viele Analysten kalkulieren indes damit, dass die Institute das Geld in Staatsanleihen stecken, die weit mehr als 1,0 Prozent Zinsen abwerfen - allen voran die Papiere europäischer Krisenstaaten wie Italien und Spanien. Passiert das, würden die Kurse der Anleihen steigen und deren Renditen sinken. Das wiederum könnte die Aufnahme neuer Schulden billiger machen. Gerade Italien und Spanien haben im neuen Jahr enormen Refinanzierungsbedarf. Draghi dagegen setzt darauf, dass die Institute das Geld an die Unternehmen weiterleiten, um eine drohende Kreditklemme zu verhindern.