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Merken   Drucken   18.11.2011, 20:47 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Draghi, Weidmann und Ackermann reißt der Geduldsfaden

Große Namen, große Vorwürfe: Die drei Banker rechnen mit den Politikern der Euro-Zone ab. Den dreien zufolge ist der Ruf nach der EZB-Bazooka überzogen - die langsame Umsetzung der beschlossenen Schritte mache die Lage gefährlich.
© Bild: 2011 DPA/Bildfunk/Julian Stratenschulte
Große Namen, große Vorwürfe: Die drei Banker rechnen mit den Politikern der Euro-Zone ab. Den dreien zufolge ist der Ruf nach der EZB-Bazooka überzogen - die langsame Umsetzung der beschlossenen Schritte mache die Lage gefährlich.
Führende Notenbanker und Vertreter der Finanzwirtschaft haben die Politik zu schnellem Handeln in der Schuldenkrise aufgefordert. Auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt kritisierten der neue EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann das Tempo der Politik: Längst beschlossene Maßnahmen gegen die Schulden- und Finanzkrise würden zu langsam umgesetzt. Draghi nannte die Ausweitung und Hebelung des Euro-Rettungsfonds EFSF. Trotz der Verzögerungen nach der Europäischen Zentralbank (EZB) als angeblich einziger schlagkräftigen Institution in der Krise zu rufen, sei der falsche Weg.
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Draghi pochte kurz nach seinem Amtsantritt darauf, dass der Euro-Rettungsschirm in seiner verbesserten und gestärkten Form zügig aktiviert werden muss. "Seit die Installierung des EFSF beschlossen wurde, sind eineinhalb Jahre vergangen, seit dem Beschluss, das volle Garantievolumen des EFSF verfügbar zu machen, sind vier Monate vergangen, und seit dem Beschluss, den EFSF zu hebeln, sind vier Wochen vergangen", beklagte der Italiener. "Wie steht es mit der Umsetzung dieser seit langem getroffenen Entscheidungen?"
Ackermann wurde noch deutlicher: "Was entschieden wurde, muss schleunigst umgesetzt werden." Anders ließen sich die Marktturbulenzen nicht in den Griff bekommen und den Banken drohten schwerwiegende Probleme bei ihrer Refinanzierung.
Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erteilte abermals allen politischen Begehrlichkeiten eine Absage, die EZB stärker als bislang zur Lösung der Krise einzuspannen. "Dass die bisherigen Versuche, die Krise zu lösen, nicht erfolgreich waren, rechtfertigt nicht, das Mandat der Zentralbank zu überdehnen und sie für die Lösung der Krise verantwortlich zu machen." Die hohen ökonomischen Kosten einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse der EZB würden deren kurzfristige Vorteile so weit übersteigen, "dass das nicht helfen würde, die gegenwärtige Situation in irgendeiner Weise zu stabilisieren."
EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo pflichtete Weidmann bei. Die Politik unkonventioneller geldpolitischer Maßnahmen biete keine Zauberformel zur Lösung der Probleme in der Euro-Zone, sagte der Spanier in Madrid.

Teil 2: Schäubles Mahnung

  • FTD.de, 18.11.2011
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