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Merken   Drucken   29.06.2011, 11:00 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Ein Marshallplan für Hellas

Leitartikel Das französische Modell der Griechenland-Hilfe hat Mängel - aber durchaus Potential. Nötig ist allerdings mehr: ein Aufbauplan für Griechenland.
Zwar lässt das französische Modell zur freiwilligen Beteiligung der privaten Gläubiger an der Griechenland-Hilfe noch einige Fragen offen. In diesen Tagen hat es trotz aller Mängel dennoch das Potenzial, zu einer Wende im europäischen Schuldendrama beizutragen. In einer Zeit, in der die Einsicht wächst, dass das bisherige Hin und Her im Krisenmanagement die Krise nur verlängert hat; in der die Rufe nach einem ganz neuen Aufbauplan für Griechenland lauter werden; und in der die Ernüchterung darüber wächst, dass solche Ideen nicht von Deutschlands Regierungschefin kommen.
Der griechische Premier Giorgos Papandreou und Kanzlerin Angela Merkel   Der griechische Premier Giorgos Papandreou und Kanzlerin Angela Merkel
Was die Bankenbeteiligung angeht, waren es französische Politiker und französische Banken, die einen Plan präsentierten, der zumindest praktikabel wirkt - anders als viele deutsche Vorschläge. Das ist reichlich peinlich für Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie wollte doch eigentlich mit ihrer Politik europaweit Akzente setzen - und sendete meist nur verwirrende Signale.
So hatte Deutschland erst eine verpflichtende Beteiligung der Privatgläubiger an der Rettung Griechenlands verlangt. Dann war Merkel auf die Banken eingegangen und hatte die freiwillige Teilnahme propagiert, um nun doch den Franzosen die Führung zu überlassen. Konsistentes Krisenmanagement in der internationalen Politik sieht anders aus.
Das französische Modell dagegen gibt den Finanzmärkten ein wichtiges Signal - wie stark auch immer Banken an einem möglichen Ausfall griechischer Staatsanleihen beteiligt werden: Griechenland wird noch für lange Zeit von der Rückzahlung seiner Anleihen befreit - und kann sich in Ruhe auf seine Reformen konzentrieren. Das könnte das Momentum für einen Neuanfang liefern. Immer neue Auflagen und Strafzinsen für Griechenland haben die Krise nur verlängert.
Das Gegenteil wäre sinnvoller, auch für uns: niedrige Zinsen und eine neue Art Marshallplan, mit dem die griechische Wirtschaft jene Dynamik wieder entfalten kann, die zu einem wirklichen Schuldenabbau nötig ist. Und die auch in Griechenland Voraussetzung wäre, um die Akzeptanz immer neuer Einschnitte aufrechtzuerhalten. Griechenland braucht nicht noch mehr Druck, Griechenland braucht ein Aufbauprogramm. Das wäre der beste Weg, uns weitere Hilfsprogramme zu ersparen.
  • FTD.de, 29.06.2011
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Kommentare
  • 30.06.2011 08:49:29 Uhr   Jana Müller: TOTE KUH MELKEN

    Griechische Schulden 340 Mrd (Umschuldungsbedarf 2011-2015 - 200 Mrd)

    HILFEN:
    1. Bundesbank-ELA-Zentralbankkredite an GR (drei Jahre vor Rettungsschirmen): 90 Mrd.
    2. GR1-Rettungsschirm 110 Mrd.
    3. EZB-Aufkauf der GR-Staatsanleihen: mind. 50 Mrd.
    4. GR2-Rettungsschirm bis 2013: 120 Mrd.
    5. IWF-Hilfen: xx.Mrd
    6. Bei EZB von GR-Banken gezogenen Kredite, um beim Sparer-Run flüssig zu bleiben: xxx.Mrd
    7. Barossos Privatschatulle zweckentfremdete EU-Kohäsionsfond: xx.Mrd.
    8. Nur in 90ern an Südländer als EU-Ausgleich geflossene ca. 250 Mrd, anteilig an GR, seien hier wie vieles anderes vernachlässigt ;)

    NACH ADAM RIESE: in Summe *** mind. 450.Mrd Steuergeld an GR bisher ***
    Davon DE mit ca.30% über EZB und ca. 6% über IWF dabei, also mind. 150.Mrd!
    Das sind gesamte Schulden aller deutschen Städte und Kommunen!!!

    QUINTESSENZ: die bereits von unseren Vertretern genehmigten und in Aussicht gestellten GR-Hilfen betragen über 100 Mrd mehr, als gesamte griechische Staatsschulden insgesamt!

    ZU BEACHTEN: sowohl bisher, wie im weiteren Verlauf bis 2015 wird damit in GR *NICHTS GETILGT*, sondern nur *ZINSDIENST* für UNSERE und französische BANKEN damit bestritten!

    GR-Schulden bleiben und steigen so trotz der o.g. TRANSFERS und GR-"Sparmaßnahmen" weiter!

    ALSO helfen keine Transfern und keine Konjunkturzuschüsse ein totes Pferd zu reiten!
    Nicht "DIE GRIECHEN" werden so durch unsere schmerzbefreiten Vertreter VERFASSUNGSWIDRIG mit gar nicht existenten Steuergeld (unserer Enkel und Urenkel, da bisherige DE-Schulden von 2000 Mrd schon für unsere Kinder ausreichen) gerettet, sondern wieder nur unsere BANKEN!
    Diese werden sich sicher dafür wieder "maßvoll" "auf französische Art" an Junkers "Re-Profiling"/"sanften Umschuldung" beteiligen, so wie mit Schäubles salomonischen "maßvollen 1.Mrd-Bankenabgabe", die nur zur verdeckten bewussten Haftungsübertragung künftiger Krisenschäden auf den Staat diente, statt einer seit drei Jahren überfälligen haftungsfreien "100+.Mrd Transaktionssteuer"!
    "Bankenabgabe" als reiner Haftungsübertrag, wie "CCP"s zukünftig beim „CDS-Clearing“, "systemrelevent" direkte Anbindung an Zentralbankgeldpressen bekommen und so dem Budgetkontrollrecht der Parlamente, nur mit Untergangsmultiplikator 1000, entzogen werden.

    DABEI STEHT SEIT ANFANG AN SCHON FEST:
    Staat wie GR, ohne nennenswerte Industrie und Wirtschaft, ohne Steuerwesen und Bodenkataster, mit gerade 11.Mio Bürgern, 340 Mrd hochverzinsten Schulden und trotz "heroischen Sparanstrengungen" trotzdem zukünftig auf Neuverschuldung rechnerisch angewiesen, ist nicht erst bei 340 Mrd vollkommen überschuldet, sondern ohne durch EURO-Zone subventionierten "EU-Niedrigeinheitszinsen" schon bei max. 100 Mrd defacto bankrott!

  • 29.06.2011 15:01:22 Uhr   Grinario: Wirkungsvollster Aufbau mit eigener Währung
  • 29.06.2011 13:50:05 Uhr   Werner: Marshall vs EZB?
  • 29.06.2011 13:39:30 Uhr   bege: GläubigerSchutz mit Steuergeldern
  • 29.06.2011 12:58:17 Uhr   ist in der Internet-Ausgabe nicht angegeben: Ein Marshallplan für Hellas
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