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Merken   Drucken   09.04.2010, 22:42 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: Euro-Länder einigen sich auf Zins für Griechenlandhilfe

Nach Informationen aus EU-Kreisen sind die Euroländer eins über die Zinshöhe für mögliche Hilfskredite für Athen. Zuletzt reagierte der Markt zugunsten Griechenlands. Starinvestor Soros, der einst das Pfund in die Knie zwang, sieht den Schlüssel für die Rettung aber in Berlin.

Die Euro-Staaten haben sich nach Informationen aus EU-Kreisen auf eine Zinshöhe für mögliche Hilfskredite an Griechenland geeinigt. Laut zwei mit den Beratungen der Euro-Staaten in Brüssel Vertrauten müsste Griechenland für Kredite mit Laufzeiten bis zu drei Jahren deutlich mehr als sechs Prozent Zinsen zahlen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Denn schließlich müsse der Preis nahe beim Marktzins liegen und dürfe keine Subvention enthalten. Die Finanzstaatssekretäre und nationalen Notenbankvertreter der Euro-Staaten hatten sich einem Eingeweihten zufolge bereits am Donnerstag in Brüssel darüber geeinigt. Griechenland käme damit derzeit kaum billiger weg als bei einer Finanzierung über den Kapitalmarkt.

Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Zone hatten Ende März die Grundsätze des Hilfsmechanismus beschlossen, der Griechenland im äußersten Notfall Zugriff auf ein Kreditpaket des Internationalen Währungsfonds und bilaterale Kredite der anderen Euro-Länder verschafft. Die Berechnungsformel für den Zins sei der des IWF ähnlich, weil man Abweichungen zwischen beiden Kreditgebern vermeiden wolle, sagte der EU-Vertreter weiter. Die Berechnungsformel basiert auf dem Zinssatz von IWF-Sonderziehungsrechten zuzüglich 300 Basispunkten und weiteren 50 Basispunkten Sonderaufschlag. Für Kredite mit einer Laufzeit von mehr als drei Jahren wären zusätzliche 100 Basispunkte Strafzins fällig.

Wird Griechenland zahlungsunfähig?

 

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Laut einem Vertreter aus der Euro-Zone sei nun alles vorbereitet für den Fall, dass Griechenland um Hilfe bitte. "Wenn etwas Schlimmes in den kommenden Tagen passiert, wären wir grundsätzlich bereit." Doch sei damit unmittelbar noch nicht zu rechnen, die griechische Regierung könne sich noch finanzieren am Markt. Die Entscheidung würde wohl auf Ebene der Finanzminister der Euro-Zone fallen. Dies sei dann eine Sache von wenigen Stunden. "Es wäre nur noch die politische Zustimmung notwendig, das könnte per Telefonkonferenz erledigt werden." Die Euro-Staaten müssen einstimmig grünes Licht geben. Die Vertreter von Deutschland und Frankreich seien mit dem Zinsmodell einverstanden gewesen. "Sie haben nicht wirklich eine Wahl."

Insider: EU-Minister verkünden Details am kommenden Freitag

Die Einzelheiten des Planes würden die Euro-Finanzminister spätestens bei ihrem nächsten Treffen am Freitag kommender Woche in Madrid bekanntgegeben, bei Marktturbulenzen auch eher. Über das Volumen der Kredite sei noch nicht gesprochen worden, diese würden die Europäische Zentralbank (EZB) und die EU-Kommission festlegen. Doch werde eine Summe angestrebt, die "reicht, um die Märkte zu schocken." Die EZB wollte keinen Kommentar abgeben.

Am Vorabend hatte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy gesagt, über die genauen Konditionen soll nächste Woche entschieden werden. Das nächste Treffen der Eurogruppe ist am 16. April.

Teil 2: Der Kapitalmarkt reagierte positiv

  • FTD.de, 09.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland
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